| Museumschef: Finanzkrise bedroht Kultur |
|
|
|
| Donnerstag, 25. Februar 2010 um 11:59 Uhr | ||
Dresden (dpa) - Der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Martin Roth, sieht die Kultureinrichtungenin Deutschland durch die Finanzkrise bedroht. «Kultur ist daseinzige, das die Gesellschaft in Krisenzeiten zusammenhält. Dies umsomehr vor dem Hintergrund einer schwierigen demografischenEntwicklung», sagte er am Donnerstag in einem Gespräch mit derDeutschen Presse-Agentur dpa. Deshalb sei es wichtig, gerade jetzt,die Frage nach mehr Investitionen in Kunst und Kultur zu stellen.Dabei müssten die Museen selbst initiativ werden und die öffentlicheHand davon überzeugen, wie wichtig die Förderung von Kunst und Kulturist. «Hier ist das Geld besser angelegt als in einem Fonds.»
Nichts sei so erfolgreich wie die Museen. «Trotzdem sind geradedie freiwilligen Ausgaben stets als erstes von Kürzungen bedroht», soRoth. Den Bestand der Dresdner Kunstsammlungen sieht er im 450. Jahrihres Bestehens zwar nicht gefährdet, aber vor der Einrichtung lägenschwierige Zeiten. «Dabei sind die Stellenzahlen schon jetzt jenseitsdes Zulässigen, unsere Mitarbeiter beuten sich selbst aus.» Diesearbeiteten mit großem Engagement über die vorgeschriebenen Stundenhinaus. «Da gibt es kein Einsparpotenzial mehr, da gibt es nichtsmehr zu holen.» Es bestehe die Gefahr, dass aufgrund des radikalenStellenstopps Fachwissen und die notwendige Kompetenz verlorengingen. «Der Abbau darf nicht in einen Verlust an Kultur münden»,warnte Roth.
«Panikmache ist allerdings fehl am Platze, dringend erforderlichsind kluge und besonnene Konzepte.» Roth hofft daher, dass die Museendes Verbundes in den nächsten Jahren noch mehr Bildungs- undWissenschaftsarbeit leisten können. Die Kunstsammlungen müssten alseuropäische Institution betrachtet und entsprechend gefördert werden.«Ich würde mir wünschen, dass auch die Finanzpolitiker inwirtschaftlich schwierigen Zeiten verstehen, wie wichtig es ist,durch Kultur und Kunst der Bevölkerung Halt zu geben.»
Er könne sich zudem vorstellen, dass sich Institutionen, dieunmittelbar von den hervorragenden Kulturangeboten profitierten,mittelfristig an der Finanzierung von Kultur beteiligten. «Da sindgroße Wirtschaftsunternehmen genauso gefragt wie etwa Hotels oderRestaurants», sagte Roth.
Gespräch: Simona Block, dpa
Mehr zu Martin Roth
|
























































