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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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«Aufruhr 1225»: Ausstellung zeigt Mord im Mittelalter Von Rolf Schraa, dpa PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 25. Februar 2010 um 13:20 Uhr

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Herne (dpa/lnw) - Das berühmteste und wohl folgenreichste Mordkomplott des Mittelalters im Ruhrgebiet steht im Mittelpunkt einer Ausstellung im Herner Archäologie-Museum. Es geht um die Ermordung des Kölner Erzbischofs Engelbert (1185-1225) in Gevelsberg, für die der Graf Friedrich von Isenberg aus Hattingen verantwortlich gemacht wurde. Der Graf wurde dafür später grausam hingerichtet. Die bisher größte Mittelalterschau im Ruhrgebiet ist Teil des Kulturhauptstadtprogramms. Vom 27.2. bis zum 28.11. werden mehr als 80 000 Besucher erwartet.

 

 

Die 1,7 Millionen Euro teure Ausstellung zeichnet mit etwa 1000 Stücken ein buntes Bild vom Alltagsleben der Zeit - und wirft einen ungewohnten Blick auf das Ruhrgebiet. Dessen Geschichte werde meist fast nur von Beginn der Industrialisierung an wahrgenommen, sagte der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Wolfgang Kirsch, am Donnerstag in Herne bei der Präsentation der Ausstellung. «Das heutige Ruhrgebiet weist mit über 400 Burgen aber auch eine der höchsten Burgendichten Europas auf.»

 

 

Attraktion der Ausstellung in ein echter Silberschatz von fast 500 Kilogramm. Soviel hatte das Bistum 1225 auf den Kopf des Grafen ausgesetzt. Der Adelige Balduin von Gennep spürte den Grafen bei einem Verwandten in der Nähe von Lüttich auf und brachte ihn nach Köln. Vor dem Severinstor brach ihm der Henker die Knochen und flocht ihn auf Rad, wie die Ausstellung mit zeitgenössischen Quellen und Abbildungen dokumentiert.

 

 

Genneps Lohn war damals ein Vermögen wert: «Mit dem Kopfgeld hätte sich Balduin zahlreiche Höfe oder auch eine neue Burg leisten können», sagt der Historiker und Projektleiter im Museum, Stefan Leenen. Den heutigen Silberschatz hat sich das Museum von einem Frankfurter Silberhandelsunternehmen geliehen. Die Fünf-Kilo-Barrenwerden unter hohen Sicherheitsauflagen gezeigt. Der Geldwert ist mit rund 220 000 Euro im Verhältnis zum Mittelalter allerdings moderat.

 

 

Die brutale Bestrafung des Täters änderte nichts daran, dass der Tod Engelberts die Kölner Dominanz in der Region zeitweise brach, sagte Kirsch. Lokale Adelige wurden immer selbstbewusster, ein Burgen-Bauboom im heutigen Ruhrgebiet begann. Das Erzbistum Köln schaffte es auch später nicht, die Region zwischen Rheinland und Westfalen zu einem homogenen Flächenstaat zu vereinen - was bis heute den Alltag in NRW und vor allem im Ruhrgebiet prägt.

 

 

Die Ausstellung zeigt mit kostbaren Handschriften und goldenen Reliquiaren, Waffen und Rüstungen viel von der auslaufenden Ära des Rittertums, als durch das Aufkommen der ersten Feuerwaffen die schwergepanzerten Reiter langsam verdrängt wurden. Die Schau beginnt mit einer Nachbildung des Hinterhalts bei Gevelsberg und endet mit einem Raum, der die blutige «letzte Ritterschlacht» der Geschichte 1288 in Worringen bei Köln nachstellt.

 

 

Soviel wie möglich ist zum Anfassen und Begreifen gestaltet: So gibt es ein Mittelalter-Bett zum Probeliegen und ein Skriptorium, indem Besucher schreiben können wie damals und ein sechs Meter großes Modell der nach dem Mord vollständig zerstörten Hattinger Burg des Grafen von Isenberg. Direkt vor dem Museum entsteht ein 25 Meter hoher Nachbau der typischen Holzwohntürme des 13. Jahrhunderts auf einem Erdhügel. Die sogenannte Motte soll im Laufe des Frühjahrs fertig werden und einen lebendigen Eindruck vom Wohngefühl des Mittelalters vermitteln.



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