| Museumsverband kritisiert Haushaltsentwurf |
|
|
|
| Donnerstag, 25. Februar 2010 um 17:21 Uhr | ||
Erfurt (dpa/th) - Der Thüringer Museumsverband fürchtet um Museen und Sammlungen. Im Haushaltsentwurf 2010, der am Donnerstag erstmals im Landtag beraten wurde, sei mit 6,6 Millionen Euro kein Cent mehr für die Museumsförderung eingestellt, kritisierte der Vorsitzende Günter Schuchardt in Erfurt. Bei einer Erhöhung des Kulturetats um etwa ein Fünftel auf 147,7 Millionen Euro gingen die Museen bei der institutionellen und Projektförderung somit leer aus. Geld fließe zumeist in Bauvorhaben. Er appellierte an Kultusminister ChristophMatschie (SPD), sein Versprechen zu halten und die 2004 gekürzten Gelder schrittweise wieder auf das alte Niveau von 8,8 Millionen Euro anzuheben.
Der stellvertretende Vorsitzende Lutz Unbehaun ergänzt: «Acht Prozent mehr Geld für Investitionen hören sich erst einmal gut an. Aber was nutzt uns eine prächtige Hülle.» Die Museen könnten ihren Kernaufgaben Sammeln, Bewahren, Forschen und Vermitteln immer weniger gerecht werden. Hinzu komme, dass die Kommunen und Landkreise als Träger weniger Zuschüsse vom Land bekommen und durch wegbrechende Steuern bei freiwilligen Aufgaben den Rotstift ansetzen müssten. «Das hat nichts mit dem politischen Willen der Abgeordneten zu tun. Sie müssen alles infrage stellen.»
Von Schließung bedroht ist laut Schuchardt die Creuzburg im Wartburgkreis, auf der die Thüringer Landgräfin Elisabeth ihre Kinder zur Welt gebracht hat. «Zum 30. Juni wird das Personal entlassen», sagte Schuchardt, der als Burghauptmann der Wartburg eine enge Beziehung zur Creuzburg hat. Der Stadt, die das Museum mit 200 000 Euro jährlich unterstützt habe, seien Gewerbesteuern in Millionenhöhe weggebrochen. Sie könne nur noch 50 000 Euro für die laufenden Ausgaben aufbringen. «Ich fürchte, das ist nur die Spitze des Eisberges. Wir werden wohl noch viele derartige Signale aus den Kommunen bekommen.»
Dabei konnten die mehr als 200 Museen und Sammlungen mit rund 4,2 Millionen Besuchern 2009 ihre Gästezahlen zum Vorjahr um fünf Prozent erhöhen. Schuchardt führt die Anziehungskraft auch darauf zurück, dass sich die Menschen wieder stärker auf authentisches Kulturgut und Werte besinnen. Dies würden sie in Museen finden - egal, ob in großen Häusern oder kleinen Einrichtungen im Thüringer Wald.
Internet: www.museumsverband.thueringen.de
|
























































