| Körperkunst von Maria Lassnig im Münchner Kunstbau |
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| Donnerstag, 25. Februar 2010 um 17:21 Uhr | ||
München (dpa/lby) - Nackte Körper in allen Variationen zeigt der Kunstbau München in seiner Werkschau der österreichischen Künstlerin Maria Lassnig. In der Ausstellung «Maria Lassnig. Die Kunst, diemacht mich immer jünger» sind mehr als 40 teils neue Gemälde und auch Zeichentrickfilme der 90-Jährigen zu sehen. Die kein bisschen schaffensmüde Lassnig gehört zu den bedeutendsten Künstlerinnen der Gegenwart und ist international für ihre «Körperbewusstseins-Bilder» bekannt.
«Die Repräsentation des Körpers in ihren Bildern ist nicht einerealistische, sondern entsteht aus dem, was die Künstlerin im Körper empfindet», sagte Kurator Matthias Mühling am Donnerstag in München. Teils nehmen die Körper in Lassnigs Gemälden daher abstrakte Formen an - sie selbst malte sich schon als Knödel oder alsüberdimensioniertes Geschlechtsteil. In ihren manchmal schockierendwirkenden Selbstporträts stellt sie sich schonungslos mit hängenden Brüsten, faltigem Bauch oder mit Schweinsnase dar. «Wenn ich male, ist so gut wie alles erlaubt. Das Peinliche ist die Herausforderung,i ch will Peinliches malen», sagte Lassnig, die viele Jahre in Amerika gelebt hat, 2006 in einem Interview.
Schon in den frühen 1940er Jahren entstanden die ersten ihrer «Körperbewusstseins-Bilder». Lassnig gelte daher als Vorreiterin feministischer Kunst, ohne sich selbst als Feministin zu sehen, sagte Kurator Mühling. «Die Darstellung des weiblichen Körpers, auch noch des der Künstlerin, ist eine enorm politische Geste gewesen.» Vor Tabus hat Lassnig keine Scheu: Neben Geschlechtsakten hat sie auch einen Kinderschänder porträtiert. «Es ist eine aktuelle Malerei, die uns sehr viel zu erzählen hat», betonte Mühling.
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