| Pracht und Alltag aus Byzanz in Bonn(Mit Bildern) |
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| Donnerstag, 25. Februar 2010 um 17:21 Uhr | ||
Bonn (dpa/lnw) - Wenn der Besucher an dem großen weißen Marmorblock ankommt, den die Ausstellungsmacher Glücksspielautomatnennen, dann steht er im Herzen Konstantinopels. Zumindest dem Konstantinopel, das derzeit und noch bis zum 13. Juni in der Bundeskunsthalle in Bonn zu sehen ist. «Byzanz - Pracht und Alltag»vermittelt einen tiefen Einblick in die mehr als 1000-jährige Geschichte des Byzantinischen Reiches. Dabei ist Konstantinopel nur ein Ort neben vielen anderen dargestellten. Die Ausstellung erzählt viele Geschichten über das Leben im Byzantinischen Reich und versucht darzustellen, was es bedeutete, Teil des Reiches zu sein.
Der Automat war ein Kugelspiel, auf das Wetten abgeschlossen werden konnten. Über die Kugelbahn und durch die im Innerenverborgenen Kanäle rollten vier Kugeln in den Farben der Zirkusparteien herab, die sich unentwegt vermischten. Dadurch wurden Manipulationen ausgeschlossen. Die zuerst eintreffende Kugelbezeichnete den als Sieger, der auf die Farbe gesetzt hatte. Derreich verzierte Automat wird auf das Jahr 530 datiert und wurde 1834in der Nähe des Hippodroms in Istanbul entdeckt. Er ist eines vonmehr als 600 Ausstellungsstücken, die 81 Leihgeber dem Bonner Hausanvertrauten.
Gold, Silber, Seide, Elfenbein, Reliquien - um solch kostbare Besitztümer wurde das Byzantinische Reich mit der Hauptstadt Konstantinopel im Westen beneidet. Doch die Bedeutung des christlichen Oströmischen Reiches geht weit darüber hinaus. In Byzanz lebte die Antike ungebrochen bis in das Spätmittelalter fort. Hier wurden antike Tradition und Gelehrsamkeit bewahrt und hier wurzelt das westliche Rechtssystem. Byzanz schlug die Brücke vom Altertum zum modernen Europa und verband zugleich Ost und West. Das europäisch geprägte Byzanz hatte Verbindungen in den Nahen Osten und über die Seidenstraße bis nach China. In der orthodoxen Kirche lebenbyzantinische Rituale bis heute fort.
Vier Jahre haben die Mitarbeiter der Bundeskunsthalle an dem ehrgeizigen Projekt gearbeitet. Es sei ein großer Tag, sagte Prof. Falko Daim, der Kurator der Ausstellung und Generaldirektor desRömisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz, bei der Eröffnung am Donnerstag. Es sei die wohl umfassendste Schau zum Thema Byzanz, diees bisher gegeben habe. Die Ausstellung wird nur in Bonn gezeigt.
Internet: www.kah-bonn.de
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