| Streit um Porzellan-Erfindung - Experten tagen |
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| Freitag, 26. Februar 2010 um 07:03 Uhr | ||
Dresden (dpa/sn) - Experten nehmen jetzt die Erfindung des europäischen Hartporzellans vor etwa 300 Jahren noch einmal unter die Lupe. Am Donnerstag trafen in Dresden Fachleute zusammen, um eine Studie britischer Forscher zu bewerten, gaben die Staatlichen Kunstsammlungen bekannt. Ergebnisse sollen am Freitag vorgestelltwerden. In Großbritannien waren Meldungen aufgetaucht, wonach esschon um 1680 Porzellan auf der Insel gab. Drei Vasen aus dieser Zeitsollen vom 1. März an auf Schloss Burghley House nördlich von Londongezeigt werden. Für die Erfindung des «weißen Goldes» galt bisher das Jahr 1708 und der Schauplatz Sachsen als maßgebend.
Das Resultat hängt offenbar davon ab, ob die britischen Vasen Kaolin enthalten oder nicht. Ohne Kaolin (Porzellanerde) wäre das Material kein Hartporzellan. Außerdem ist die Herkunft des Porzellans zu klären. Damit soll ausgeschlossen werden, ob die britischen Vasen nicht ursprünglich aus Asien stammen. Seit Anfang des 13.Jahrhunderts war Porzellan von europäischen Fürstenhöfen zu horrenden Preisen aus China importiert wurden. Einer Gruppe um den Alchimisten Johann Friedrich Böttger und den Gelehrten Ehrenfried Walther von Tschirnhaus wurde bisher das Verdienst zugeschrieben, das Monopol der Asiaten durchbrochen zu haben. Meissener Porzellan besteht zu 65 Prozent aus Kaolin, den Rest bilden Quarz und Feldspat.
Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen feiert in diesem Jahr ihren 300. Geburtstag. Zwei Jahre nachdem Böttger erstmals die Herstellung weißen Porzellans gelang, gab die sächsische Hofkanzlei 1710 per Dekret die Erfindung des Porzellans und die Gründung einer Manufaktur bekannt. Das Unternehmen mit dem Markenzeichen der Gekreuzten Schwerter ist bis heute nicht nur für edles Tafelgeschirr bekannt. Auch Skulpturen, Wanddekorationen und Schmuck entstehen aus dem «weißen Gold». |
























































