JAHRESAUSSTELLUNG 2010
Emil Nolde. „Blumen- und Gartenbilder“
Die Nolde Stiftung Seebüll eröffnet die neue Saison mit ihrer 54. Jahresausstellung „Emil Nolde: Blumen- und Gartenbilder“ im Wohn- und Atelierhaus des Malers. Gegenüber dem Vorjahr wird in neuer Auswahl, darunter eine Reihe kaum bekannter Arbeiten wie die Gemälde „Lichtzauber“ 1907, „Kleiner Garten“ 1908 und „Maimorgen“ 1925, und in veränderter Zusammenstellung ein Querschnitt durch das Gesamtwerk des Malers gezeigt mit über 140 Exponaten aus unterschiedlichen Werkbereichen und Schaffensphasen: Gemälde, Aquarelle, Kreidezeichnungen, „Ungemalte Bilder“ und Holzschnitte.
Schwerpunkt der diesjährigen Ausstellung bilden Blumen- und Gartenbilder, die auf Alsen, um Utenwarf und in Seebüll entstanden sind. In einem besonderen Kabinett werden Blumenstilleben und die in diesen Blättern verwandten Skulpturen aus Noldes Sammlung ausgestellt. Neben einer Folge von Aquarellen aus dem Berliner Nachtleben werden 32 „Ungemalte Bilder“ in Einzelrahmung gezeigt sowie 10 Holzschnitte.

© Nolde Stiftung Seebüll
ABFOLGE DER AUSSTELLUNG
Obergeschoß
- Bildersaal mit 34 Gemälden
- Blumenstilleben
- Berliner Aquarelle 1910/11
- Noldes Aquarellmalerei, ein Querschnitt
- „Ungemalte Bilder“ 1938/1945
Erdgeschoß
- Zehn Holzschnitte
- Acht Gemälde mit biblischer Thematik, darunter das Triptychon „Martyrium“ von 1921
„Blumen- und Gartenbilder“
Von Kindheit an war Emil Nolde eng mit der Natur verbunden – dieses innige Verhältnis hat ihn tief geprägt und sein künstlerisches Schaffen nachhaltig beeinflußt. Im Jahre 1906 malte er auf der Ostseeinsel Alsen erste Blumen- und Gartenbilder, mit denen er zur Farbe als seinem eigentlichen Ausdrucksmittel findet. „Farben, das Material des Malers: Farben in ihrem Eigenleben, weinend und lachend, Traum und Glück, heiß und heilig wie Liebeslieder und Erotik, wie Gesänge und herrliche Choräle“, schreibt er.
Überall, wo der Maler sich niedergelassen hat, legte er Blumengärten an, auf Alsen, später vor seinem Haus Utenwarf, weit eigenwilliger und reicher um sein Wohn- und Atelierhaus Seebüll. Sie regten den großen Magier der Farben an zu seinen leuchtenden Gemälden und virtuosen Blumenaquarellen, die meist unmittelbar vor der Natur entstanden sind. „Die Farben der Blumen zogen mich unwiderstehlich an, und fast plötzlich war ich beim Malen… Die blühenden Farben der Blumen und die Reinheit dieser Farben, ich liebte sie“, bekennt er. „Noldes Blumen- und Gartenbilder stehen dem übrigen Werk in künstlerischem Rang und in Bedeutung nicht nach“, so Professor Dr. Manfred Reuther, Direktor der Nolde Stiftung Seebül. „In seiner Aquarellmalerei verfolgt Nolde das Thema bis ins hohe Alter, bis zu letzten Arbeiten.“
Emil Nolde zieht im Frühjahr 1916 von der Insel Alsen in das Bauernhaus Utenwarf nahe der Nordsee und legt einen prächtigen Garten an, der ihn zu zahlreichen Blumen- und Gartenbildern anregt. Im Sommer 1922 entsteht eine Reihe eindrucksvoller Gemälde mit Blumengärten, die der Maler durch eine alphabetische Zählung kennzeichnet, darunter das ausgestellte Gemälde „Blumengarten (O)“. Aus dem flimmernden Farblicht, der kleinteiligen Malweise und der diffusen Räumlichkeit früher Blumenbilder ist eine großzügig gestaltete, rhythmisch gegliederte Bildorganisation mit planen Farbflächen geworden.
Komplementärkontraste steigern die Leuchtkraft der Farben. Nolde hat sich immer mehr vom Bildgegenstand befreit und eine eigenständige Bildsprache entwickelt, angeregt durch die äußere Natur. Er malt entweder unter freiem Himmel im Garten oder im Atelier, wo er losgelöst von seinem Gartenaufenthalt die Entwürfe und Bildgedanken ausarbeitet und vervollständigt. Er läßt sich von seiner eigenen Vorstellungskraft leiten und versucht, die geschaute Natur „in seiner, nur ihm eigenen Art“ und „in seiner geistigen Umwertung“ wiederzugeben, ohne die unmittelbare Verbindung zu ihr aufzugeben.

© Nolde Stiftung Seebüll
Aquarellfolge Blumen
Um 1918/20 beginnt Nolde mit einer breiten, kaum überschaubaren Folge von Blumen- und Gartenaquarellen, die sich in Seebüll bis in die letzten Lebensjahre fortsetzen und sich kaum in eine chronologische Ordnung bringen lassen. Nolde malt sie im Garten selbst oder in seinem Gartenhaus in unmittelbarer Nähe der Blumenpracht. Die Technik der Aquarellmalerei kommt seinem künstlerischem Temperament, seinem Streben nach Spontaneität und unmittelbarer Ausdrucksweise entgegen. Das bildnerische Verfahren des nassen, fließenden Auftrags mit kräftigen, unvermischten Farben erfordert ein zügiges Arbeiten, bei dem er den Zufall als gestalterisches Element in den Schaffensprozeß mit einbezieht. Mit voll getränktem Pinsel und in raschen, fast organisch sicheren Abläufen werden die Bilder aus der Farbe geboren, die von den weichen, saugfähigen Japanpapieren begierig aufgenommen wird, so dass beide zu einer unauflöslichen, natürlichen Einheit zusammenfinden. Die Technik der Aquarellmalerei erlaubt es ihm, den hemmenden Verstand auszuschalten und wesentlich dem Instinkt zu folgen. Die reinen Farben, die Unregelmäßigkeiten und fließenden Übergänge, Flecken und Verläufe, überhaupt das Einbeziehen des kontrollierten Zufalls in den Gestaltungsvorgang korrespondieren mit der Eigenheit der pflanzlichen Motive; sie entsprechen in der bildnerischen Übersetzung dem Wesen und Erscheinungsbild der Blumen, Blüten und Blätter.
Kreidezeichnungen „Blumen- und Gärten“
Noldes Ölbilder entstanden in der Regel im direkten Schaffen auf der Leinwand. Doch fanden sich in seinem Nachlass zahlreiche kleinformatige, farbige Kreidezeichnungen, welche der Maler mit rascher Hand in nur wenigen Augenblicken fertiggestellt hatte; einige von ihnen haben ihm als Vorlage für Gemälde gedient.
Während seiner Südseereise 1913/14 hat Nolde zahlreiche Wolken- und Landschaftsstudien mit leuchtenden Pastellkreiden auf kleinformatige Blättchen eingefangen. „Immer sogleich mußte ich zugreifen während der ganzen Reise“, erinnert sich Nolde in seiner Autobiographie, „immer den Moment fassend, der nächste war gleich anders, oder alles war schon verschwunden.“ Auch fertigte Nolde in der Südsee Pflanzenstudien, die er gelegentlich mit knappen Angaben zu Farbigkeit oder Größe annotierte.
Als Nolde 1916 das Bauernhaus Unterwarf in Westschleswig bezogen, vollendete Nolde eine weitere Folge von Blumenskizzen – diesmal der heimischen Blumen und Pflanzenwelt, wie er sie in seinem Garten und auf dem 14 ha großen Grundstück vorfindet. Neben Blumenzeichnungen findet sich auch eine Gruppe von vier Blättern, auf denen Nolde farbkräftige Pflanzenstände vor verschiedenen Wolkenstimmungen und bei wechselndem Licht in raschen, spontanen Zeichnungen festgehalten. Neun Jahre später regen sie ihn zu den beiden Gemälden „Herbstgarten“ und „Herbstglühen“ an.
Stilleben mit Figuren aus der eigenen Sammlung
In Kuriositätenläden, Souvenirhandlungen und Antiquitätengeschäften zwischen Berlin und Neuguinea, Moskau und Peking stöberte Emil Nolde kleine Figuren und Gegenstände auf, deren Ausdruck, Form oder Farbe ihn faszinierten. Er sammelte bunt glasierte Steingutfiguren aus England, Holzstatuetten aus Java, chinesische Tang-Pferde, Uli- und Malanggan-Figuren aus Neuguinea, russische Porzellanfiguren und keramische Arbeiten der Volkskunst, Kleinfiguren aus Afrika, Ägypten, Indien und Kolumbien. In einer Vielzahl von Stilleben in Öl und Aquarell sieht man diese Figuren umgeben von farbenprächtigen Blumensträußen und Blütengebilden. „Ich malte“, schreibt Nolde, „besonders gern die Stilleben nach den Figuren und Masken meiner geliebten kleinen Sammlung, sie gruppierend und ordnend, oft mit einigen Blumen dabei, in freier, künstlerischer Art.“

© Nolde Stiftung Seebüll
Berlin-Aquarelle 1910/11
Ab 1905 verbrachte Nolde gemeinsam mit seiner Frau Ada die Winter zumeist in Berlin. „Im Herbst zogen wir wie Landleute zur Großstadt“, erinnert er, „uns dauernd putzen, recken und strecken müssend, damit Kellner und Ladenmädchen sich uns nicht gar zu überlegen schienen.“
Im Winter 1910/1911 durchzogen Nolde gemeinsam mit seiner Frau das nächtliche Leben bis in die Morgenfrühe; sie besuchen Tanzlokale, Varietébühnen, Nachtcafés, Cabarets und den Eispalast. Der Maler berichtet darüber in seiner Selbstbiographie: „Allabendlich um elf zog ich meine dunkle Hose an und auch den schwarzen St. Galler Frack, der nun bald historisch war. Meine Ada ebenfalls zog ihr bestes Kleid an, und wir gingen auf Maskenbälle, in die Kabaretts, in den Eispalast... Ich zeichnete, das Licht der Säle, den Oberflächenflitter, die Menschen alle, ob schlecht oder recht, ob Halbwelt oder ganz verdorben […]. Viel Augenreiz war allenthalben.“
Ungemalte Bilder
Am 23. August 1941 erreichte Nolde per Einschreiben ein Brief vom Präsidenten der „Reichskammer der bildenden Künste“ Adolf Ziegler, in dem ihm „mit sofortiger Wirkung jede berufliche – auch nebenberufliche – Betätigung auf den Gebieten der bildenden Künste“ untersagt wurde. „Die Pinsel glitten mir aus den Händen“, schreibt Nolde erschüttert in seiner Autobiographie. Und doch fängt sich der Maler schnell wieder und beginnt, an der Folge seiner „Ungemalten Bilder“ zu arbeiten. „Verstohlen hatte ich bisweilen in einem kleinen, halbversteckten Zimmer gearbeitet. […] es waren fast nur meine kleinen, besonderen Einfälle, die ich auf ganz kleine Blättchen hinmalen und festhalten konnte, meine ‚ungemalten Bilder’.“
Die Zeit, in der die „Ungemalten Bilder“ entstehen, kann entmutigender nicht sein: Ab 1937 lastet auf dem 70-jährigen Maler die seelisch erdrückende Bürde von Ächtung und Malverbot – ohne Aussicht auf ein Ende dieses Zustands. Darüber hinaus bereitet ihm die schwere Krankheit seiner Frau Ada große Sorge. Nolde selbst hatte erst anderthalb Jahre zuvor eine Krebsoperation überstanden. Hinzu kommt die bedrohliche Zeit der Nazi-Herrschaft und die entbehrungsreichen Jahre des Zweiten Weltkriegs. Diesen Widerständen und Widrigkeiten setzt Nolde seine Kunst, seine „Ungemalten Bilder“ entgegen. Die ihm auferlegten Beschränkungen, Grenzen und Fesseln überwindet er mit grenzenlos freier und farbintensiver Phantastik.
Noldes imaginäre Reisen in die Tiefen und Weiten seiner Phantasie stehen in scharfem Gegensatz zu seinem umfassenden Rückzug aus dem alltäglichen Leben. Als seine Ächtung im Jahre 1937 beginnt, zieht sich Nolde immer mehr aus seinen früheren Lebensbereichen zurück. Der Maler meidet fortan Berlin und bricht mit seiner vier Jahrzehnte währenden Gewohnheit, die Wintermonate in der Großstadt zu verbringen. Nolde zieht sich in sein ursprünglich als Sommerdomizil gedachtes Wohn- und Atelierhaus Seebüll zurück, das unweit der dänischen Grenze in einer „weltfernen Landesecke“ liegt.
Noldes „Ungemalte Bilder“ zeigen den Kosmos Noldes: eine Symbiose aus Gedanken und Erfahrungen, aus Leben und Werk, aus den vielen Reisen und den Einflüssen streitbarer Geister aus der Kunstgeschichte, denen sich Nolde nahe fühlte. Von den 1300 „Ungemalten Bildern“ sind über 1100 figürliche Darstellungen sowie 110 Landschafts- und rund 70 Meerbilder.
Holzschnitte
Durch seine gründliche Ausbildung als Möbelschnitzer war Holz Nolde bereits ein vertrauter Stoff, als er zum Holzschnitt kam. 1906 trat Nolde der Künstlergemeinschaft „Brücke“ bei, Schmidt-Rottluff ist dem Maler behilflich, eine Druckpresse im Sommer des gleichen Jahres zu erstehen, und vermittelt dem Maler und seiner Frau Ada das Drucken der Holzschnitte. In der Kunst des Holzschnitts bot sich Nolde die Möglichkeit, die während seiner Zeit als Möbelschnitzer erlernten handwerklichen Fähigkeiten einzusetzen und mit seinen künstlerischen Absichten zu verknüpfen. Der Handwerker im Künstler mit seiner lebendigen Nähe zum Material war ihm zeitlebens eine wertvolle Erfahrung, insofern sprach er stets von seinem Atelier als "Werkstatt". "Holz ist ein wunderbares Material", schwärmte Nolde.
Entgegen seiner sonstigen Erfahrung, daß ihm "das leichte Arbeiten 'aus den Ärmeln schütteln'" nie gelegen habe, vermochte er sich 1906 innerhalb kurzer Zeit in die Technik des neuen Mediums einzuarbeiten. "In der Behandlung des Holzes und zum Bestimmen dessen Charakters hatte ich durch meine fünfjährige Beschäftigung im Schnitzen genügend Erfahrung“, so Nolde weiter. „Ich ließ auch immer gern die verschiedenartige reizvolle Maserung und manchmal die Äste im Drucken mitsprechen, einige Eigenschaften, die beim Linoleumschnitt nicht vorhanden sind und auch diesem künstlichen Material - das ich nie benutzen mochte - gern etwas Totes anhaften läßt". Noldes Holzschnitte sind von urtümlicher Kraft und finden ihre Höhepunkte in Arbeiten wie dem „Propheten“, den „Kerzentänzerinnen“ und den „Kriegern“.
„Martyrium“, Triptychon 1921
Für die erste Sonderausstellung im Neubau des Museum Folkwang in Essen hat die Nolde Stiftung Seebüll im Rahmen der Kulturhauptstadt RUHR 2010 dem Museum das neunteilige Werk „Das Leben Christi“ 1911/12 zur Verfügung gestellt. An seiner Stelle wird im ehemaligen Atelier Noldes in Seebüll bis Juni 2010 das Triptychon „Martyrium“ gezeigt.
Das „Martyrium“ gehört zu der Folge von Noldes „biblischen und Legendenbildern“. Der Maler sieht in dem Triptychon „ein grausiges Drama, die Figuren in übersinnlicher und auch verschiedener Größe gestaltend und in die Zeit der Christenverfolgung zurückgreifend“, wie er in seiner Selbstbiographie bemerkt. In einer kleinen Bleistiftskizze hat er die Gesamtanlage des Triptychons entworfen. Danach sind die Tafeln nicht als Einzelbilder, sondern unmittelbar nebeneinander, nur durch eine gemeinsame Leiste getrennt, in einem Großrahmenwerk angeordnet.
Auf den beiden Seitentafeln sind Ereignisse aus den frühen Jahren der Christenverfolgung dargestellt: auf der einen Tafel werden Menschen in einer Arena von Löwen zerfleischt, auf der rechten unter Beschimpfung und dem Gelächter römischer Legionäre bei lebendigem Leib verbrannt. Nicht allein von der konzeptionellen Gliederung, sondern auch inhaltlich nimmt die mittlere Tafel die zentrale Stellung ein. In Darstellungsweise, in Farb- und Formgebung ist sie von einer geradezu provozierenden Direktheit. Ehrfurchtsvoll zeigt sie eine kleine, mittelalterlich anmutende Kreuzigung, Christus hervorgehoben mit rotem Haar und übermäßig lang ausgebreiteten Armen. In der unteren Hälfte drängen sich zwei große, häßlich verzerrte Gesichter in scharfem Profil, voll Häme grinsend, eng an das Kreuz. Nolde erblickt in der mittleren Tafel die „Geißelung alles Hohlen und Falschen. Vielleicht nur, weil wir in unserem entlegenen Glück so still dahinlebten, gelang mir das Malen solcher gemütsschweren Bilder“, sucht er zu erklären. „Ob sie nun biblisch-religiös empfunden, ob Legende nur, oder als dramatische Ereignisse höchster Spannungen gemalt wurden, ich weiß nicht, was bestimmend war.“
1867 - 1884
Emil Nolde ist am 7. August 1867 als vierter Sohn des Bauern Niels Hansen im Dorf Nolde nahe Tondern im deutsch-dänischen Grenzland geboren.
1884 - 1888
Lehre als Holzbildhauer und Zeichner in der Sauermannschen Möbelfabrik und Schnitzschule in Flensburg.
1888 - 1891
Wanderjahre als Schnitzer und Zeichner in Möbelfabriken in München und Karlsruhe, nebenher Besuch der Kunstgewerbeschule; zwei Jahre in Berlin.
1892 - 1897
Lehrer für ornamentales Zeichnen und Modellieren am Industrie- und Gewerbemuseum in St. Gallen. Erste Landschaftsaquarelle, Zeichnungen der Bergbauern. Finanzieller Erfolg durch die Veröffentlichung farbiger Zeichnungen als "Bergpostkarten"; Nolde gibt das Lehramt auf, um freier Maler zu werden.
1898 - 1900
München. Die Akademie unter Franz Stuck lehnt ihn ab. Besuch der Malschule Friedrich Fehr und der Hölzel-Schule in Dachau. Paris: Akademie Julian, Studien im Louvre.
1901 - 1902
Sommer im Fischerdorf Lildstrand an der Nordküste Jütlands. Kopenhagen. Im Februar 1902 Heirat mit Ada Vilstrup, einer dänischen Schauspielerin. Hansen ändert seinen Namen in Emil Nolde. Atelier in Berlin, im Sommer in Jütland, danach in Flensburg
1903 - 1905
In den Sommermonaten auf der Insel Alsen (bis 1916), im Winter in Berlin. Wegen Erkrankung von Ada Nolde 1904/5 ein halbes Jahr in Italien. Im Herbst 1905 Radierfolge der "Phantasien".
1906 - 1909
Bis Ende 1907 Mitglied der Künstlergruppe "Brücke". Begegnung mit Edvard Munch. 1908 Aquarelle in Cospeda bei Jena. Mitglied der Berliner Secession. 1909 erste religiöse Bilder "Abendmahl", "Pfingsten", "Verspottung".
1910 - 1912
Ausstellungen in Hamburg, Essen, Hagen. Bilder vom Hamburger Hafen. Besuch bei Ensor in Ostende. Auseinandersetzung mit dem Vorstand und Ausschluß aus der Berliner Secession; Mitglied der "Neuen Sezession". 1911 Graphikkatalog von Gustav Schiefler. Bilder vom Berliner Nachtleben, Theaterzeichnungen, Studien im Völkerkunde-Museum. 1911/12 neun Bilder "Das Leben Christi".
1913 - 1914
13 großformatige Farblithographien. Reise über Moskau, durch Sibirien, Korea, Japan, China in die Südsee als Mitglied der "Medizinischdemographischen Deutsch-Neuguinea-Expedition".
1915 - 1925
Im Jahr 1915 88 Gemälde, darunter "Grablegung". 1916 Umzug von der Insel Alsen nach Utenwarf an der Westküste. 1919 Nordseehallig Hooge, Folge phantastischer Aquarelle. Mitglied im Arbeitsrat für Kunst, Berlin. 1920 kommt Nordschleswig mit Utenwarf an Dänemark, Nolde wird dänischer Staatsbürger. 1921 Paris, England, Spanien, Zürich. Monographie von Max Sauerlandt. 1924 Italien, Venedig, Rapallo, Arezzo und Wien.
1926 - 1932
Nolde verläßt Utenwarf, Bau des Hauses Seebüll nach eigenen Entwürfen. Zum 60. Geburtstag "Jubiläumsausstellung" in Dresden, anschließend Hamburg, Kiel, Essen, Wiesbaden. Ehrendoktor der Universität Kiel. Zweiter Band von Schieflers Graphikkatalog. Bau eines Hauses in Berlin-Dahlem nach Entwürfen von Mies van der Rohe scheitert. Sommer 1930 Insel Sylt. 1931 Mitglied der Preußischen Akadamie der Künste. Erster Band der Selbstbiographie "Das eigene Leben". 1931 - 1935 "Phantasien", großformatige Aquarelle.
1933 - 1945
Zweiter Band der Selbstbiographie "Jahre der Kämpfe" 1934 Zunehmend Angriffe der Nationalsozialisten. 1937 Ausstellung "Entartete Kunst", von Nolde werden 1052 Werke beschlagnahmt. 1941 Ausschluß aus der "Reichskunstkammer", Malverbot. 1944 wird Noldes Berliner Wohnung durch Bomben zerstört, Verlust von etwa 3000 Graphiken, Aquarellen und Zeichnungen. 1938 bis 1945 entstehen kleinformatige Aquarelle, die Nolde "Ungemalte Bilder" nennt.
1946 - 1955
1946 Tod Adas. 1948 Heirat mit Jolanthe Erdmann. Nach 1945 Auszeichnungen und Ehrungen. 1945 - 1951 noch über hundert Gemälde, bis 1955 Aquarelle.
1956
Nolde stirbt am 13. April in Seebüll. Errichtung der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde.
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Mit freundlichen Grüßen
Manfred Pieck