| Die Türkenkammer in Dresden |
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| Montag, 01. März 2010 um 11:26 Uhr | ||
Dresden (dpa) - Die Dresdner Türkenkammer ist die umfangreichste und größte Sammlung ihrer Art in Deutschland. Spätestens ab 1591 war sie ein eigener Bereich innerhalb der Rüstkammer am Dresdner Hof. Die Gründung der expotischen Kollektion der Kurfürsten von Sachsen geht auf das 16. Jahrhundert zurück, das exakte Datum ist unbekannt. Vom17. Jahrhundert an wurde sie unter dem Namen «Türckische Cammer» geführt. Bereits 1587 gelangten erste orientalische Geschenke nach Dresden, das älteste Inventar stammt von 1606. Einzigartig sind die vielen diplomatischen Geschenke und gezielten Ankäufe ganzer Gruppen von Objekten, und eine Vielfalt von erhaltenen Gebrauchsgegenständen. Vor allem Kurfürst August der Starke (1670-1733) war, wie andere Herrscher seiner Zeit, der sogenannten Türkenmode verfallen.
Über mehrere Jahrhunderte kamen zudem durch Ankäufe und Beutestücke unterschiedlicher Schlachten gegen die Osmanen Prunkwaffen, kostbare Reitzeuge, edle Kostüme, bestickte Zelte und Fahnen sowie kunstvoll geschnitzte und bemalte lebensgroße Pferde zusammen. Diese dienten der Repräsentation, zeugten aber auch vom Interesse der Herrscher an Kultur und Kunst des Orients. So entstand ein Teil der Stücke unter osmanischem Einfluss in europäischen Werkstätten.
Ein Teil des Bestandes war bis 1942 ausgestellt, dann zum Schutz vor Kriegszerstörung ausgelagert. Nach Kriegsende gelangten die meisten davon nach Russland, kehrten 1958 mit der Rückführung der Rüstkammer-Bestände zurück. Seit 1959 war eine kleine Auswahl der Türkenkammer in der Rüstkammer im Zwinger zu sehen. Seit den 1990er Jahren wurden rund 340 Objekte, einzelne mit bis zu 20 Einzelteilen, restauriert.
Internet: www.skd-dresden.de
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