| Kunstmuseen 2010: Kirchner und Blauer Reiter |
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| Freitag, 01. Januar 2010 um 12:57 Uhr | ||
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Die großen hessischen Kunstmuseen zeigen auch 2010 wieder einen bunten Strauss an Ausstellungen: Das Angebot reicht vom Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner über die Künstlergruppe «Der Blaue Reiter» bis zum Neoimpressionisten Georges Seurat. Die Deutsche Presse-Agentur dpa hat in den Häusern die wichtigsten Projekte erfragt.
Einen der bedeutendsten Künstler des Expressionismus stellt das Städel Museum in FRANKFURT in einer ersten umfassenden Retrospektive seit 30 Jahren in Deutschland mit 170 Werken vom 23. April bis zum 25. Juli 2010 vor. Noch bis zum 28. Februar läuft dort die Ausstellung mit Werken des Renaissancekünstlers Sandro Botticelli, die bis Ende 2009 schon weit über 75 000 Menschen besuchten. Auf das Jahr gesehen wird das Städel mit rund 330 000 Besuchern die Zahl von 2008 (315 000) deutlich übertreffen.
Eine der Ikonen der bildenden Kunst des 19. Jahrhunderts war der französische Neo-Impressionist Georges Seurat. Dem Vertreter des Pointillismus widmet die Frankfurter Kunsthalle Schirn vom 4. Februar bis zum 9. Mai 2010 eine Ausstellung. Für die poetische Kunst der Moderne steht Gustave Courbet. Unter dem Titel «Ein Traum von der Moderne» zeigt die Schirn vom 15. Oktober 2010 bis zum 30. Januar 2011 seine Hauptwerke.
Die Ausstellung «Der Blaue Reiter» (31. Oktober 2010 bis 24. Februar 2011) ist das wichtigste Vorhaben des Museums WIESBADEN im kommenden Jahr. Das Museum erweitert dabei seine eigene Sammlung des russischen Expressionisten Alexej von Jawlensky um weitere Werke der berühmten Münchner Künstlergruppe um Franz Marc und Wassily Kandinsky. Mit 120 bis 140 Gemälden schlägt die Schau einen Bogen vom künstlerischen Aufbruch der Münchner Expressionisten um 1910 bis zur Wirkung der Gruppe «Die Blaue Vier» - Kandinsky, Jawlensky, Lionel Feininger und Paul Klee - auf die amerikanische Nachkriegskunst. Die Ausstellung gehört zu dem Projekt «Phänomen Expressionismus» des Rhein-Main-Kulturfonds.
Das Hessische Landesmuseum DARMSTADT ist noch bis voraussichtlich 2011 wegen Bau- und Sanierungsarbeiten geschlossen. Zu seinen Ausstellungen, die das Museum 2009 außer Haus veranstaltete, kamen rund 350 000 Menschen.
Für die Darmstädter Mathildenhöhe war die Ausstellung «Russland 1900. Kunst und Kultur im Reich des letzten Zaren» vom 12. Oktober 2008 bis zum 1. Februar 2009 mit 65 000 Besuchern ein Erfolg. Die Ausstellung «Nedko Solakov - Emotions (without masks)» verzeichnete eine besondere Auszeichnung: Die Schau wurde von der künstlerischen Leiterin der dokumenta XIII Carolyn Christov-Bakargiev im Magazin «Artforum International» zu den zehn besten Ausstellungen des Jahres weltweit gekürt.
Zwei wichtige Ausstellungen 2010 sind «Joseph Maria Olbrich 1867- 1908 - Architekt und Gestalter der frühen Moderne» vom 7. Februar bis 24. Mai 2010 und «Gesamtkunstwerk Expressionismus - Film, Literatur, Kunst, Theater, Tanz und Architektur 1905-1925» vom 24. Oktober 2010 bis 13. Februar 2011
Für die Museumslandschaft Hessen KASSEL (mhk) ist 2010 die UNESCO- Weltkulturerbe-Anmeldung des Bergparks Wilhelmshöhe die zentrale Herausforderung. Bis Oktober muss die Formulierung stehen. Um die Öffentlichkeit in den Prozess einzubinden, ist Mitte Mai ein buntes Bergparkfest mit besonderen Attraktionen geplant. Als herausragende Ausstellungen in 2010 werden im Schloss Wilhelmshöhe «Der Silberschatz der Landgrafen» und «Dem Genius auf der Spur. Italienische Handzeichnungen» genannt. Die mhk registrierte in seinen Häusern im abgelaufenen Jahr 240 000 Besucher. Die erfolgreichste Schau des Jahres war «Bunte Götter. Die Farbigkeit antiker Skulptur» mit 29 200 Besuchern. 2008 zählte die mhk 320 000 Besucher. «Da waren aber auch mehr Häuser offen, zum Beispiel das Hessische Landesmuseum. Zudem hatten wir 2008 noch mehr Extra-Veranstaltungen wie die Museumsnacht und einen Tag der offenen Tür», sagte eine mhk- Sprecherin.
Das Vonderau-Museum in FULDA wartet als einer der Ausstellungshöhepunkte des Jahres 2010 mit einer Schau zum Stift Wallenstein auf (ab 11. Februar). Die Exponate erzählen die Geschichte von adeligen Damen aus protestantischen Familien, die in einer klosterähnlichen Kommune lebten. Der Stift Wallenstein wurde 1757 gegründet und zog 1832 nach Fulda. Die meistbesuchte Ausstellung war 2009 die Schau «Amerikaner in Hessen». In neun Wochen kamen Mitte des Jahres 3700 Besucher.
Für das Museum Schloss Philippsruhe in HANAU war 2009 ein gutes Jahr. «Wir ziehen eine positive Bilanz. Trotz der Wirtschaftskrise haben wir keine großen Auswirkungen für unsere Ausstellungen und Einbrüche bei den Besucherzahlen verspürt», sagte Museumsleiter Richard Schaffer-Hartmann. Mehr als zehn Ausstellungen standen auf dem vielseitigen Programm. Zu den Höhepunkten im kommenden Jahr zählt eine Ausstellung der Fotografin Ruth Marcus. Sie porträtierte Katzen im Fotostudio und versuchte so die Persönlichkeit der Tiere noch stärker zur Geltung kommen zu lassen. Die Schau ist für vier Wochen von Mitte April an zu sehen. Tags: 2010
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