| Essen jetzt Kulturhauptstadt - Merkel: Man kann sich freuen |
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| Samstag, 02. Januar 2010 um 14:52 Uhr | ||
Essen (dpa) - Stellvertretend für das ganze Ruhrgebiet ist Essen jetzt für ein Jahr Europäische Kulturhauptstadt. Außer Essen führen diesen Titel noch die türkische Metropole Istanbul und das ungarische Pécs. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte in ihrer Neujahrsansprache, die Veranstaltungen im Ruhrgebiet seien neben der Fußballweltmeisterschaft ein Ereignis, auf das sich alle jetzt schon freuen könnten.
Essen und 52 Revierkommunen von Sonsbeck am Niederrhein bis Hamm in Westfalen wollen zeigen, dass sie nicht nur graue Industrieregion «tief im Westen» sind, sondern ein moderner Ballungsraum mit einer europaweit wohl einmaligen Ansammlung von Theatern, Museen und Kultureinrichtungen.
300 Projekte haben Ruhr.2010-Chef Fritz Pleitgen und sein inzwischen auf 100 Leute angewachsenes Organisationsteam zusammengestellt. 2500 Veranstaltungen sind geplant, darunter viel Volkstümliches: Zum Beispiel ein Kulturtag an Biertischgarnituren auf der gesperrten Ruhrgebietsautobahn A 40 mit Stegreiflesungen und Posaunenchor oder ein gemeinsamer «Day of song» in allen Ruhrgebietsstädten mit abschließendem 65 000-Stimmen-Konzert im Stadion auf Schalke. Dabei darf «Glück auf, der Steiger kommt» natürlich nicht fehlen.
Künstlerisch Hochstehendes gibt es aber auch - etwa die Homer- Neuinterpretationen aller Ruhr-Theater «Odyssee Europa» oder eine Konzertreihe rund um den zeitgenössischen Komponisten Hans Werner Henze (83). «Wir wollen den Mythos Ruhr suchen und damit unsere eigenen Wurzeln», erläuterte Pleitgen, gebürtiger Duisburger und ehemaliger WDR-Intendant. Es geht um die Identität einer Region mit 5,3 Millionen Menschen aus weit über 100 verschiedenen Ländern, die nach mehreren Einwanderungswellen und nicht ohne Konflikte durch harte Arbeit zusammengewachsen sind.
Offiziell eröffnet wird «Ruhr.2010» am 9. Januar mit Festakt und Volksfest unter freiem Himmel auf der Zeche Zollverein. Dazu wollen auch Bundespräsident Horst Köhler und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso kommen. Übers Jahr werden fünf Millionen Besucher erwartet. Der Europäische Rat hatte den Titel im November 2006 an Essen stellvertretend für das ganze Ruhrgebiet vergeben.
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