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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Abensberger Hundertwasserturm wird nach elf Jahren eröffnet PDF Drucken E-Mail
Montag, 04. Januar 2010 um 06:23 Uhr

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Von Ulf Vogler, dpa

 

Abensberg (dpa/lby) - Er sieht aus wie ein Fantasiegebäude aus «1001 Nacht» und soll eine der großen Touristenattraktionen Niederbayerns werden. Nach elfjähriger Planungs- und Bauzeit können nun die ersten Besucher den Hundertwasserturm in Abensberg besteigen. Der 35 Meter hohe Turm ist eines der letzten Projekte des verstorbenen Künstlers Friedensreich Hundertwasser. Ab Donnerstag (7. Januar) will Bauherr Leonhard Salleck die ersten regulären Führungen durch den Märchenturm anbieten, Anfang März ist dann die offizielle Eröffnung geplant. Zahlreiche Betriebe in der ganzen Region hoffen, dass das spektakuläre Gebäude den Tourismus ankurbelt und neue Besucher in die Hallertau lockt.    

 

Doch bis zur Eröffnung war es für Salleck ein weiter Weg. Erst musste er Hundertwasser überzeugen, dann starb der weltberühmte Künstler im Jahr 2000 mitten in der Planungsphase und schließlich hatten die Denkmalschützer wegen des benachbarten mittelalterlichen Stadtzentrums Einwände. Der auf dem Papier einst 70 Meter hohe Turm wurde nach heftigen Auseinandersetzungen auf die Hälfte gestutzt. Heute sagt Salleck, die damaligen Bedenken der Behörden seien nachträglich für ihn «ein Riesen-Glücksfall» - mehr noch: «Das war mein Schutzengel!»    

 

Ein 70-Meter-Turm hätte vermutlich alle Finanzkonzepte gesprengt und wäre kaum bezahlbar gewesen, weiß Salleck heute. Die konkrete Investitionssumme für die realisierte 35-Meter-Variante nennt der Bauherr allerdings nicht, nachdem er in der Vergangenheit angefeindet wurde, weil er staatliche Zuschüsse für das Projekt bekommen hat. «Das ist das letzte Geheimnis des Turms», sagt Salleck über die Kosten.    

 

Der Hundertwasserturm soll in Zukunft in erster Linie als Marketinginstrument für Sallecks Weißbierbrauerei Kuchlbauer dienen. Der feinsinnige Brauereichef ist allerdings nicht nur ein Geschäftsmann, er begeistert sich schon lange auch für Kunst und erfüllt sich so mit dem neuen Abensberger Wahrzeichen auch einen Traum. Doch nach rund dreijähriger Bauzeit ist bei Salleck inzwischen eine gewisse Routine eingekehrt. Nun geht es ihm darum, den künftigen Besuchern ein möglichst perfektes Erlebnis zu bieten. Der 66-Jährige will «den zentralen Bier-Kunst-Ort Bayerns» schaffen.    

 

Auf die Turm-Besucher wartet ein Gebäude, das so wirkt, als wäre es tatsächlich frisch einem Hundertwasser-Bild entsprungen. Ein bunter Märchenturm mit großen und kleinen Erkern und goldenen Dächern, in luftiger Höhe wuchern Bäume und Sträucher hervor. Oben thront eine vergoldete Kuppel, die - wie Salleck betont - tatsächlich «eine gedrückte Kugel» ist, unten sind selbst die Toiletten im Hundertwasser-Stil gekachelt. Im Turm können die Besucher eine Weißbierglas-Sammlung mit 4200 verschiedenen Gläsern bewundern, sie lernen etwas über die Bier-Zutaten Hopfen, Weizen, Gerste und über das Reinheitsgebot. Das ganze Bauwerk ist mit zahlreichen aufwendigen Keramikarbeiten künstlerisch gestaltet.    

 

In den Turm kommen nur Besucher, die eine Brauereiführung absolvieren. Für die anderen Gäste, die nur einmal von unten schauen wollen, wird direkt an dem Turm ein großer Biergarten angelegt. «Es hat noch niemanden gegeben, der für einen Biergarten eine so attraktive Dekoration gemacht hat», scherzt Salleck. Er geht zunächst einmal von 50 000 bis 60 000 zahlenden Turm-Besuchern pro Jahr aus. Dies ist eine eher zurückhaltende, vorsichtige Schätzung, viele andere rechnen mit einem größeren Interesse. «Ich gehe davon aus, dass wir in der Anlaufphase deutlich mehr haben werden», sagt auch Abensbergs Bürgermeister Uwe Brandl (CSU).    

 

Brandl möchte, dass die Hundertwasserfans nach den 90-minütigen Führungen nicht gleich wieder die rund 13 000 Einwohner große Stadt im Landkreis Kelheim verlassen. Der Rathauschef hofft auf einen wirtschaftlichen Impuls für zahlreiche Betriebe und will, dass die Einzelhändler und Gastronomen den Familien und Reisegruppen ein attraktives Ergänzungsangebot machen. «Es muss darum gehen, den Tagestouristen zu binden und möglichst lange am Ort zu halten», erklärt der bayerische Gemeindetagspräsident. Die Tourismuskonzepte dafür sind bislang aber noch nicht ausgereift. «Wir wissen, dass wir noch einiges an Nachholbedarf haben», sagt Brandl.    

 

Bauherr Salleck glaubt, dass der Turm für das gesamte bayerische Hopfenanbaugebiet Synergieeffekte bringen wird. So soll beispielsweise ein neuer Radweg künftig Urlauber aus dem benachbarten Kurort Bad Gögging nach Abensberg bringen. «Die Hallertau ist bisher touristisch überhaupt nicht erschlossen», meint Salleck.



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