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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Zittern fürs Ruhrgebiet: Bei 2010-Eröffnung droht Schneechaos PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 05. Januar 2010 um 18:56 Uhr

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Von Rolf Schraa, dpa

 

Essen (dpa) - Bundespräsident Horst Köhler braucht nächsten Samstag (9.1.) Schneeschuhe und eine dicke Mütze: Wenn er auf der offenen Bühne neben der Kokerei Zollverein in Essen mit einem Festakt die europäische Kulturhauptstadt 2010 miteröffnet, warnen Meteorologen vor Frosttemperaturen, einem scharfen Nordostwind und einem möglichen Schneechaos. 2010-Chef Fritz Pleitgen - als Ex- Moskau-Korrespondent der ARD kälteerfahren - flüchtete sich am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Galgenhumor: «Es gibt gefühlte minus zehn Grad. Wir zittern für eine gute Sache.»   

 

«Starke Bilder des Wandels» möchte Pleitgen mit der Eröffnungsfeier aus dem Ruhrgebiet zeigen - gestern Kohle, Koks und Stahl, heute Kultur, Architektur und Medienwirtschaft. Deshalb soll die dreiteilige Festgala eben nicht in einem gut beheizten Saal, sondern direkt vor den spektakulären Industriebauten des UNESCO- Weltkulturerbes stattfinden.   

 

Die Wetterdienste Meteomedia und Q.met halten einen Wintereinbruch am Nachmittag, wenn die Gala beginnt, für sicher. Ein «Schneechaos» mit bis zu 25 Zentimeter Neuschnee auch im Westen sei «gut möglich», sagen Sprecher. Das könnte die aufwendige Eröffnungsfeier, die einen sechsstelligen Betrag gekostet hat, erheblich beeinträchtigen. «Hoffentlich nur kein Schneetreiben», sagte der Regisseur des Festaktes, Gil Mehmert. Schließlich sollen die Fernsehbilder des Festaktes in ZDF, Deutscher Welle und WDR nicht nur live, sondern auch gut sichtbar übertragen werden.   

 

Der Fernsehprofi Pleitgen bekommt mit der spektakulären Eröffnungs-Lokation die Garantie für Einstellungen, die so schnell niemand vergessen wird. Für die 55 Symphoniker, die zusammen mit Herbert Grönemeyer die neue Ruhr-Hymne «Komm zur Ruhr» anstimmen, dürfte das Stimmen ihrer Geigen in der Kälte aber zum Alptraum werden. Heizstrahler auf der Bühne sollen für die teuren Instrumente und die Tänzer, die bei Eiseskälte in den Spagat springen müssen, einen minimalen Schutz bieten. Ein Dach über der Bühne sei geprüft und verworfen worden, berichtet Mehmert: «Es hätte den Charme der Kulisse zunichtegemacht.»   

 

Mindestens 16 Grad schreibt die Vereinbarung zwischen Musikergewerkschaften und Orchesterarbeitgebern vor, sagt die Sprecherin der Symphoniker Christiane Peters. Aber so genau werde diesmal nicht hingeguckt - schließlich dauere der Auftritt mit Grönemeyer ja nur 8 Minuten. «Das geht diesmal ohne Frack und Abendkleid.» Schwarz sei angesagt, «das geht auch mit Rollkragenpulli und schwarzem Mantel». Auch die Tänzer haben vorgesorgt. «Die kommen nicht in Glitzerhöschen, sondern mit Outdoorklamotten und warmer Unterwäsche», sagt Regisseur Mehmert. An die prominenten Besucher - darunter EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso - werden wärmende Decken ausgegeben.   

 

«Sie können auch einen Flachmann mitnehmen», rät Pleitgen den übrigen. Nach dem Festakt ist auf dem weitläufigen Gelände der einst größten Zeche Europas ein zweitägiges Volksfest geplant, bei dem über 1700 Künstler auftreten - von bekannten «Kohlenpott-Kabarettisten» wie Piet Klocke, Hagen Rether oder Frank Goosen bis zum Knappenchor der «Kultur-Zeche» Consolidation in Gelsenkirchen. Außerdem lockt das neue Ruhrmuseum über die Geschichte des Ruhrgebiets, das am Samstag offiziell öffnet. Vom Kulturprogramm mit bis zu 100 000 erwarteten Besuchern findet viel, aber längst nicht alles in beheizten Zechenhallen statt. «Wir wollen zeigen, dass wir das Feuer in uns haben», sagt Mehmert.

 

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