| Streit um Picassos «Absinthtrinker» beigelegt |
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| Donnerstag, 07. Januar 2010 um 20:05 Uhr | ||
Berlin/New York (dpa) - Der langjährige Streit um Pablo Picassos berühmtes Gemälde eines Absinthtrinkers ist beigelegt. Nachfahren des Berliner Bankiers Paul von Mendelssohn-Bartholdy (1875-1935) erklärten den Verzicht auf wertvolle Gemälde «Porträt des Angel Fernández de Soto», wie der Vertreter der Erbengemeinschaft, der Historiker Julius Schoeps, am Donnerstag in Berlin bestätigte. Weitere Einzelheiten über den vertraulichen Vergleich mit der Andrew Lloyd Webber Kunststiftung in New York wurden nicht bekannt. Das Bild soll etwa 60 Millionen Dollar (rd. 41 Mio. Euro) wert sein.
Das Kunstwerk aus dem Jahr 1903, das auch unter dem Namen «Der Absinthtrinker» bekannt ist, hatte 2006 für Schlagzeilen gesorgt. Nach einer Klageandrohung von Schoeps, der auch Leiter des Moses- Mendelssohn-Zentrums in Potsdam ist, hatte das Londoner Auktionshaus Christie's das Porträt von einer Versteigerung zurückziehen müssen. Unter dem Druck der Verfolgung durch die Nationalsozialisten hatte Mendelssohn-Bartholdy zahlreiche Gemälde aus seiner Sammlung verkaufen müssen. Der Musical-Komponist Andrew Lloyd Webber hatte das Bild 1995 für 29 Millionen erworben.
Vor einem New Yorker Gericht hatten sich Anfang 2009 die Mendelssohn-Erben mit dem Museum of Modern Art (MoMA) und dem Guggenheim Museum über zwei weitere Picasso-Gemälde geeinigt. Die Erben hatten zunächst die Rückgabe der auf je 200 Millionen Dollar geschätzten Bilder «Junge mit Pferd» (2006) und «Die Mühle von La Galette» (1900) gefordert. Die Museen widersetzten sich der Forderung und zogen vor Gericht.
Die Bilder gehörten zu der Kunstsammlung Mendelssohn-Bartholdys, der sie vor seinem Tod 1935 an den jüdischen Kunsthändler Justin K. Thannhauser verkaufen ließ. Paul von Mendelssohn-Bartholdy war Neffe des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy und Nachfahre des Aufklärungs-Philosophen Moses Mendelssohn.
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