| Roth warnt vor «Sparen an falscher Stelle» |
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| Sonntag, 10. Januar 2010 um 09:28 Uhr | ||
Dresden (dpa/sn) - Der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Martin Roth, hat den Freistaat davor gewarnt, «an der falschen Stelle» zu sparen. Vor allem für ein Land wie Sachsen mit einem so hohen Stellenwert in Geschichte und Kunst wäre das «nicht besonders klug», sagte er der Tageszeitung «Dresdner Neueste Nachrichten» am Samstag. «Die Frage ist, wieso gerade die Kultur große Einbußen hinnehmen muss, besonders hier, wo Kultur gleichsam Nahrungsmittel ist.» Roth sieht durch den anhaltenden Sparkurs der Politik auch die Kunstsammlungen in ihrem Bestand gefährdet.
Die 24 Millionen Euro, die das Kunstministerium nun einsparen solle, würden wohl auch sie treffen. Für diesen Fall müsse über «radikale Maßnahmen» wie Schließungen nachgedacht werden, «das wird nicht mehr anders gehen». Bezogen auf die Museumslandschaft in Deutschland empfahl Roth dringend, «in größeren Zusammenhängen zu denken». So wäre es sinnvoll, gemeinsam und in größeren Dimensionen zu planen, Strukturen zusammenzulegen, Bereiche vernünftig zu teilen, um die Kosten zu senken. «Es wäre sinnvoll, sich zusammenzusetzen und gemeinsam etwas in diese Richtung zu organisieren», sagte Roth.
In den kommenden Jahren würden Mitarbeiterstellen weiter reduziert. «Es gibt in der Tat unmoralische Fantasien von Menschen, die darüber nachdenken, wie viel Museum man mit einer bestimmten Zahl von Beschäftigten am Laufen hält.» Bundesweit betrachtet würden die Einsparungen aber auch besonders städtische Museen treffen, die kein Sprachrohr hätten und öffentlich kaum mit der notwendigen Aufmerksamkeit rechnen könnten.
Für diese Unbekannteren und Kleineren müssten die Großen Partei ergreifen. «Die Kleinen sterben leise, darüber wird nicht großartig geredet.» Von den Stiftungen wisse er, dass immer mehr Museen hilfesuchend vor der Tür stünden. Aktionen wie der angedrohte Verkauf von Exponaten in Hamburg würden zudem zeigen, wie prekär die Situation bereits sei. «Sollte in Dresden eine solche Situation entstehen, stünden wir vor dem kompletten Identitätsverlust. Das wäre nicht der Anfang vom Ende. Das wäre bereits das Ende.»
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