| Grosz-Bilder bleiben in New York |
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| Sonntag, 10. Januar 2010 um 16:16 Uhr | ||
New York/München (dpa) - Das New Yorker Museum of Modern Art (MoMa) darf drei Bilder des deutschen Expressionisten George Grosz behalten. Ein Gericht in Manhattan hat die Klage der Erben des Malers nach einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» (Samstag) abgewiesen. Die Ansprüche der Familie seien verjährt, zitiert das Blatt eine Entscheidung des New Yorker District Court. Die Erben hätten es versäumt, ihre Ansprüche innerhalb einer Dreijahresfrist bei einem Gericht geltend zu machen. Spätestens im November 2003 hätten die Kläger davon ausgehen müssen, dass das Museum die Bilder für sich beansprucht.
In dem Fall geht es um das Aquarell «Republikanische Automaten» von 1920 und die Gemälde «Selbstporträt» (1927) und «Bildnis des Dichters Max Hermann-Neisse» etwa aus dem Jahr 1928. Grosz-Sohn Marty, der in den USA ein bekannter Jazz-Gitarrist ist, und Lilian Grosz, die amerikanische Witwe des zweiten Grosz-Sohnes Peter, hatten über ihren Nachlassverwalter die Bilder zurückgefordert, die der Maler Ende der 1920er Jahre bei einem jüdischen Galeristen gelassen hatte. Als 1933 Grosz in die USA und der Galerist nach Paris flohen, wurden die Werke beschlagnahmt.
Das Gemälde des Dichters Herrmann-Neisse tauchte 1952 wieder auf, als die Kunsthändlerin und Kuratorin Charlotte Weidler, eine Immigrantin aus Deutschland, es ans MoMA für 850 Dollar verkaufte. Sie behauptete, es von Grosz geschenkt bekommen zu haben. Das Aquarell hatte das MoMA bereits 1946 von einem Händler in Toronto erworben. Das Selbstporträt gelangte über Amsterdam nach New York und ging 1954 in die MoMA-Sammlung ein. Die Werke des Expressionisten sind heute Millionen wert.
Gegen die angebliche Verjährung verweisen die Erben auf einen Brief vom Direktor des Museums, Glenn Lowry, aus dem Juli 2005. Darin bietet ihnen Lowry laut «SZ» an, innerhalb einer «Zeit von fünf oder zehn Jahren die Positionen zu überprüfen und neue Informationen zu bewerten». Den Nachfahren gehe es nun wie dem Künstler selbst. Der habe 1952 in einem Brief geschrieben: «Modern Museum stellte ein mir gestohlenes Bild aus (bin machtlos dagegen).»
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