| Die GfZK Leipzig und die HGB Leipzig trauern um Prof. Dr. Klaus Werner |
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| Dienstag, 12. Januar 2010 um 19:18 Uhr | ||
Am letzten Freitag, gegen 5 Uhr, ist der Kunstwissenschaftler Klaus Werner in seinem 70. Lebensjahr verstorben.
Klaus Werner wurde am 22.09.1940 in Holzhau im Erzgebirge geboren. Nach einem Studium der Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität in Berlin war er unter anderem Referent im Ministerium für Kultur der DDR, Initiator und Gründungsdirektor des Projekts VEB Zentrum Bildende Kunst in Neubrandenburg, Leiter der Druckwerkstätten an der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst Berlin-Weißensee und Leiter der legendären Galerie Arkade des Staatlichen Kunsthandels der DDR in (Ost-)Berlin. Klaus Werner, der sich stets unbeugsam für nichtkonforme Künstler und Künstlerinnen einsetzte, wurde in der DDR wiederholt in seinem Engagement behindert und mehrfach aus seinen Positionen entlassen. Von 1982 bis 1990 war er als freiberuflicher Kunstwissenschaftler tätig. Auch in dieser Zeit setzte er die Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Künstlern und Künstlerinnen fort, wie Carlfriedrich Claus, Michael Morgner und Horst Bartnig. Es entstanden eine Reihe von Büchern unter anderem über Edmund Kesting, Henri Rousseau und Charlotte E. Pauly. 1989 lernte Klaus Werner anlässlich einer DDR-Reise des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI Arend Oetker kennen. Zusammen gründeten sie 1990 einen Förderkreis zur Errichtung der späteren Galerie für Zeitgenössische Kunst.
Am 16. Mai 1998 wurde – nach achtjähriger Vorarbeit – die Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig von Klaus Werner eröffnet. Mit diesem Ereignis fand ein lang gehegter Traum des Gründungdirektors der GfZK seinen ersten Höhepunkt, ein Haus für Gegenwartskunst in Ostdeutschland zu etablieren. Mit einer Vielzahl an Aktivitäten gelang es Klaus Werner bereits innerhalb der ersten drei Jahre, die GfZK national und international zu positionieren. Sein Interesse war, wie in den Jahren seiner Tätigkeit zuvor, auf neue Entwicklungen in der Kunst gerichtet, ohne deshalb ältere Positionen aus dem Blick zu verlieren. Klaus Werner förderte sehr früh Neo Rauch, Tilo Schulz, Carsten Nicolai und Olaf Nicolai. Als Direktor der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig realisierte er unter anderem Einzelausstellungen mit Horst Bartnig und Michael Morgner.
Im Jahre 2008 fand in der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig unter dem Titel „KW – Hommage à Klaus Werner“ eine Ausstellung zu seinen Ehren statt; 2009 folgte die Ausstellung „Die grüne Tür“ in der Galerie Parterre in Berlin. 2009 erschien darüber hinaus ein Buch über Klaus Werners Arbeit von seinen frühen Jahren bis zu seinem Amt als Rektor der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, „Klaus Werner: Für die Kunst“ (Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln), herausgeben von der Berliner Kunstwissenschaftlerin Gabriele Muschter.
Als Rektor der Hochschule für Grafik und Buchkunst zwischen 2001 und 2003 entwickelte Klaus Werner weitgreifende Reformideen für neue Strukturen, Studiengänge und Konzepte. Zu seinen wesentlichen Ansatzpunkten gehörte, die Lehrenden vorrangig als Wissensvermittler und Problem-Moderatoren zu sehen und die interdisziplinäre Kommunikation zu fördern. In der Arbeit der Hochschulleitung erwies er sich als erfahrener Teamspieler, dessen Entscheidungen mit Bedacht und Ausgewogenheit getroffen wurden. Kontinuität und Verlässlichkeit waren Merkmale von Werners Führungsstil und ein besonderes Anliegen waren ihm immer wieder die persönlichen Kontakte zu den jungen Künstlerinnen und Künstlern. Er unternahm spontane Gänge durch die Hochschule und schaute in Ateliers und Werkstätten hinein, wo man ihn dann im Gespräch mit Studierenden und Mitarbeitern sehen konnte.
Auf diese Art beförderte er manches Studienprojekt und ermutigte eine Reihe von Studierenden durch sein Interesse. Klaus Werner erwies sich – wie in seinem ganzen Leben - immer wieder als Förderer künstlerischer Vorhaben, auch über den institutionellen Rahmen der HGB hinaus: Neben anderen Aktivitäten für notwendige Finanzierungen für die verschiedensten Projekte der künstlerischen und wissenschaftlichen Arbeit an der Hochschule betrieb er mit Nachdruck die Gründung des heute stabilen und stetig wachsenden 'Freundeskreises der HGB Leipzig'. Ein zentraler Wunsch von ihm war es, eine Kuratorenausbildung an der Hochschule zu etablieren, die im vergangenen Jahr mit der Einrichtungen eines postgradualen Studienangebotes, getragen durch eine Stiftungsprofessur des Ostdeutschen Sparkassen und Giroverbandes, Wirklichkeit wurde. Wir werden Klaus Werner als eine herausragende Persönlichkeit mit großen integrativen Fähigkeiten in Erinnerung behalten.
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