| Pariser Erfolgsmuseum vor der Zwangsschließung |
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| Dienstag, 12. Januar 2010 um 19:39 Uhr | ||
Von Sabine Glaubitz, dpa
Paris (dpa) - Nach undurchsichtigem Finanzgebaren steht das berühmte Pariser Musée du Luxembourg vor der Zwangsschließung. Dabei hat das Museum, am herrlichen Park Jardin du Luxembourg mitten in der Stadt gelegen, mit Ausstellungen über Tizian, Botticelli, Arcimboldo oder Modigliani nicht nur Millionen Besucher angelockt, sondern auch reichlich Gewinn gemacht. Der soll jedoch «dubios» verwaltet worden sein. Der Senat, dem das Museum untersteht, will jetzt erstmal Ordnung in die Affäre bringen und die Einrichtung schließen. Die derzeitige Ausstellung «Tiffany», die noch bis zum Sonntag (17.1.) dauert, ist vorerst die letzte. 25 Museumsangestellte und 75 Mitarbeiter stehen ab 1. Februar wahrscheinlich auf der Straße.
Bereits seit Sommer 2008 sorgte die undurchsichtige Finanzverwaltung des Museums für Negativschlagzeilen. Im Visier stand vor allem die Gesellschaft SVO Art, die im Auftrag des Senats die Ausstellungen organisiert und die Einnahmen durch den Kartenverkauf verwaltet. Ihr wurde von der ehemaligen künstlerischen Leiterin des Museums, Patrizia Nitti, Betrügerei und Machtmissbrauch vorgeworfen. Deshalb hat der Senat den Vertrag mit der SVO Art vorzeitig aufgelöst. «Wir müssen Klarheit in diese Affäre bringen», erklärte der Präsident des Senats, Gérard Larcher.
Eine komplexe Affäre, die undurchschaubar scheint. Berichten der investigativen Website «Bakchich» zufolge soll SVO-Chef Sylvestre Verger gesagt haben, dass er nichts zu befürchten habe und von den Freimaurern geschützt werde. Sie sitzen in Frankreich traditionell an politisch und wirtschaftlich wichtigen Schaltstellen. Verger, der die von seinem Vater auf Kunsttransporte spezialisierte Speditionsfirma geerbt hat, organisiert seit rund 20 Jahren Ausstellungen. Mittlerweile ist er auch unter die Kunstsammler getreten. Erst vor wenigen Monaten wurden seine 48 bemalten Mauerfragmente in Berlin gezeigt.
Tatsächlich ging Verger aus den bisherigen Konflikten immer als Gewinner hervor. Als im Sommer 2008 Patrizia Nitti - sie hat unter anderem Ausstellungen über Raffael, Tizian, Veronese und Botticelli kuratiert - die undurchsichtige Gewinnverteilung kritisierte und Einblick in die Einnahmen aus dem Kartenverkauf der Ausstellung über Tizian verlangte, wurde sie kurzerhand entlassen.
Die Geschichte des Museums geht auf das Jahr 1750 zurück. Es war das erste öffentliche Museum Frankreichs und stellte schon damals große Maler wie Leonardo da Vinci, Rembrandt und Rubens aus. Im Jahr 1818 wurde es schließlich zum ersten Museum für zeitgenössische Kunst. Heute ist es das erste Pariser Museum, das wegen einer dubiosen Finanzpolitik seine Türen vorerst schließen wird.
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