| Herforder Kunstverein zeigt Chagall-Lithografien |
|
|
|
| Mittwoch, 13. Januar 2010 um 15:41 Uhr | ||
Herford (dpa/lnw) - In 42 Farblithografien voller Poesie und Zauber hat Marc Chagall (1887-1985) die antike Liebesgeschichte der beiden Hirtenkinder «Daphnis und Chloé» illustriert. Der Herforder Kunstverein zeigt die in den Jahren 1958 bis 1961 entstandenen Bilder vom kommenden Samstag bis zum 21. März im Daniel-Pöppelmann-Haus. «Auch in seinen Lithografien strebte Chagall die Farbigkeit an, die seine Gemälde auszeichnet. Um dies zu erreichen, hat er für die 42 Werke weit mehr als 1000 Lithoplatten anfertigen lassen und viele davon wieder verworfen», sagte Theodor Helmert-Corvey, Vorsitzender des Kunstvereins, am Mittwoch.
Die Bilder erzählen die Geschichte, die der griechische Dichter Longus im 3. Jahrhundert schrieb, vom Auffinden der von ihren Eltern ausgesetzten Kinder bis zu ihrer Hochzeitsnacht in der Grotte der Nymphen. In dem Zyklus hat Chagall die blühende, überbordende mediterrane Welt mit Märchenmotiven aus seiner russischen Heimat verbunden und bekannte Elemente seines übrigen Werkes wie etwa die schwebenden Gestalten und die Figur des Pan aufgegriffen.
Die Ausstellung wird ergänzt durch Chagalls einzige Farbholzschnitte. Unter dem Titel «Poèmes» hat er im Jahr 1968 in einer Serie 24 Gedichte illustriert, die er seit seiner Jugend bis in die 60er Jahre geschrieben hat. Ebenso wie die Verse spiegeln die Holzschnitte die Lebenssituation des Künstlers: Sind die Gedichte aus der Zeit von 1930 bis 1935 durchdrungen von den glücklichen Tagen in Paris, so überwiegen zehn Jahre später das Grauen vor dem Krieg und die Trauer über den Tod seiner geliebten Ehefrau Bella. «Die Ausstellung zeigt einen sehr persönlichen Chagall und beweist einmal aufs Neue, dass Marc Chagall in keine Schublade einzuordnen ist, sich nie einer bestimmten Strömung angeschlossen hat», betonte Helmert- Corvey.
Mehr über den Herforder Kunstverein |
























































