| Eiszeit-Kunstwerke bald wieder zu sehen |
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| Donnerstag, 14. Januar 2010 um 17:25 Uhr | ||
Tübingen (dpa/lsw) - Die ältesten Kunstwerke der Welt sollen nur kurz im dunklen Tresor lagern: Noch im ersten Halbjahr 2010 werde es die Universität Tübingen möglich machen, die Mammut-Figur, die «Venus vom Hohlen Felsen» und eine Knochenflöte aus der Eiszeit wieder auszustellen, sagte Rektor Bernd Engler am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Bislang hatte die Universität stets auf die hohen Kosten verwiesen und alle Hoffnungen gedämpft, dass die einzigartigen Kunstwerke von der Schwäbischen Alb bald wieder aus dem Tresor geholt werden könnten. Zuletzt hatten fast einhunderttausend Menschen die rund 40 000 Jahre alten Kunstwerke in der Stuttgarter Landesausstellung gesehen.
Kurzfristige Standortsuche
Man werde kurzfristig einen Ort finden, an dem die Kunstwerke zumindest vorübergehend gezeigt werden könnten, versprach Engler. «Wir machen uns nicht ganz glaubwürdig, wenn wir einerseits reklamieren, Tübingen sei der beste Standort, dann aber zu lange zögern.» Tübingen hatte sich einen langen Wettstreit mit Blaubeuren (Alb-Donau-Kreis) und Niederstotzingen (Kreis Heidenheim) geliefert, wo die Tübinger Wissenschaftler die wertvollen Stücke gefunden hatten. Alle drei Städte reklamieren die Ausstellung für sich.
Im vergangenen Sommer war der Fund der rund 40 000 Jahre alten «Venus vom Hohlen Felsen» weltweit als Sensation gefeiert worden. Auch das gerade mal 3,7 Zentimeter große Elfenbein-Mammut, das 2006 in der Vogelherdhöhle bei Ulm gefunden wurde, gilt als einzigartig. Die Geierknochenflöte gilt als ältestes Instrument der Welt.
Ausstellung im Schloss Hohentübingen?
«Die schnellste Lösung für eine Ausstellung und vielleicht auch die beste wäre das Schloss Hohentübingen», sagte Engler. In der dort untergebrachten Ausstellung des Universitätsmuseums waren früher schon Eiszeit-Funde untergebracht. Durch einige Veränderungen könnte dort Platz für das Mammut und die Venus geschaffen werden, sagte Engler. Auch eine Präsentation im Tübinger Stadtmuseum sei denkbar.
Langfristig würde die Universität gerne ein größeres Museum in der Innenstadt bauen. Dort könnten neben der berühmten Eiszeitkunst auch europaweit einmalige Objekte aus der Naturkunde-Sammlung der Universität gezeigt werden. Für ein neues Museum fehlt der Universität allerdings das Geld. Engler hofft deshalb auf Zuschüsse - unter anderem vom Land.
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