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Darmstadt (dpa/lhe) - Die Arbeit des Architekten der Darmstädter Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe ist in einer Ausstellung am Originalschauplatz zu sehen. «Joseph Maria Olbrich 1867-1908» heißt die Retrospektive, die die Mathildenhöhe vom 7. Februar bis zum 24. Mai präsentiert. Die Schau zeigt bisher unveröffentlichte Materialien über den gebürtigen Österreicher, wie das Institut Mathildenhöhe am Donnerstag mitteilte. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Leopold Museum Wien und der Kunstbibliothek - Staatliche Museen zu Berlin. Das Wiener Museum präsentiert die Exponate vom 18. Juni bis zum 27. September.
Die zweite große Ausstellung dieses Jahres widmet sich dem «Gesamtkunstwerk Expressionismus». Die Mathildenhöhe zeigt vom 24. Oktober 2010 bis 13. Februar 2011 Kunst, Film, Literatur, Theater, Tanz und Architektur zwischen 1910 und 1925. Ein Schwerpunkt seien die Wechselwirkungen der Kunstgattungen des Expressionismus vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg.
Eine Sommerausstellung gibt es in diesem Jahr nicht. Das Ausstellungsgebäude und der Hochzeitsturm werden saniert.
Für das Jahr 2009 zog die Mathildenhöhe nach Aussage von Sprecherin Gwendolin Ross eine «sehr zufriedene» Bilanz. Rund 90 000 Besucher seien gekommen. Im Jubiläumsjahr 2008, als das 100-jährige Bestehen von Hochzeitsturm und Ausstellungsgebäude gefeiert wurde, waren 100 000 Interessenten gezählt worden, allein 20 000 bei einem Jubiläumswochenende im Mai.
Joseph Maria Olbrich 1867-1908
Architekt und Gestalter der frühen Moderne
Mathildenhöhe Darmstadt
7.Februar – 24.Mai 2010
Die Ausstellung
Bereits mit seinem spektakulären Frühwerk, dem Wiener Secessionsgebäude (1898), gelingt Joseph Maria Olbrich (1867–1908) ein Gebäude von bahnbrechender Wirkung, von Nikolaus Pevsner als „Wegbereiter moderner Formgebung“ bezeichnet. Zehn Jahre später spannen seine letzten Arbeiten – insbesondere das berühmte Ensemble von Ausstellungsgebäude und Hochzeitsturm auf der Mathildenhöhe Darmstadt (1908) – markant den Bogen zum architektonischen Expressionismus.
Dazwischen liegt ein Jahrzehnt fruchtbaren Schaffens, in dem sich Olbrich als Universalkünstler erweist. Ganz dem Konzept des Gesamtkunstwerks verschrieben, entwirft er neben einem breiten Spektrum an Bauaufgaben zugleich Innenausstattungen, Gärten, eine Vielfalt an Gebrauchs- und Schmuckgegenständen sowie graphische Präsentationen. Die allererste Bauausstellung überhaupt wird 1901 auf der Mathildenhöhe Darmstadt nach Olbrichs Plänen realisiert. Damit wird er für Architekten wie Bruno Taut, Erich Mendelsohn und Le Corbusier zum Vorbild.
Die Retrospektive „Joseph Maria Olbrich 1867-1908. Architekt und Gestalter der frühen Moderne“ auf der Mathildenhöhe Darmstadt präsentiert diesen großen Erneuerer der Architektur und Lebensgestaltung um 1900 erstmals seit 27 Jahren umfassend und zeigt neben Meilensteinen der Architekturgeschichte das erstaunliche Gesamtwerk des gebürtigen Österreichers.
Der Katalog
Das umfangreiche Katalogbuch, herausgegeben von Ralf Beil und Regina Stephan mit Texten von Werner Durth, Joseph Imorde, Gabriele Kaiser, Markus Kristan, Maximilian Ulrich Schumann, Regina Stephan u.a. erscheint im Hatje Cantz Verlag, ca. 448 S., ca. 350 farbige Abb., 24,5 x 30,5 cm, gebunden mit Schutzumschlag.
Zur Ausstellung entsteht zudem ein weiterer Band aus der Reihe „Kunst zum Hören“.
Stimmen zu Olbrich
„Ein Olbrich’sches Haus ist ein lebender Organismus.“
Ludwig Hevesi, 1900
„…ein kaum zu fassendes Genie, ein beispielloses Talent von übermenschlicher Schaffenskraft…“
Otto Wagner, 1908
„Olbrichs Kraft zwingt alle Fähigen seiner Zeit, innere Gesetze der Baukunst von jahrhundertelanger Überwucherung zu befreien und wieder neu aufzustellen."
Erich Mendelsohn, 1919
„Olbrich hat mit Meisterhand die Bauentwicklung der folgenden Jahrzehnte vorweggenommen.“
Otto Bartning, 1958
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