| Russland gibt Kirche Eigentum zurück |
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| Donnerstag, 14. Januar 2010 um 19:16 Uhr | ||
Moskau (dpa) - Mehr als 90 Jahre nach der Oktoberrevolution soll die 1917 von den Bolschewiken enteignete russisch-orthodoxe Kirche den Großteil ihrer Schätze zurückerhalten. Russlands Regierungschef Wladimir Putin habe ein entsprechendes Restitutionsgesetz auf den Weg gebracht, berichtete die Moskauer Zeitung «Kommersant» (Donnerstag). Dabei gehe es nicht nur um Kirchenimmobilien von großem Wert, sondern auch um kostbare Ikonen und weitere Heiligtümer, die bislang etwa in Museen aufbewahrt werden. Zwar erhielt die Kirche schon seit dem Zerfall der Sowjetunion mehr als 100 Gotteshäuser zurück. Das Gesetz soll nun aber eine Rückgabewelle in dem Riesenreich auslösen.
Besonders wertvolle Denkmäler der UNESCO-Welterbeliste wie das Kirchenensemble auf dem Kremlgelände und die Basilius-Kathedrale auf dem Roten Platz sollen aber in Staatsbesitz bleiben. Anspruch hat die russisch-orthodoxe Kirche etwa auf hunderte Klöster und tausende Schulen, die vor dem Sturz des Zaren ihr gehörten. Auch andere Religionsgemeinschaften können dem Gesetz zufolge die Rückgabe ihres Eigentums beantragen. Allerdings müssen die Antragsteller ihre Ansprüche selbst nachweisen.
Das Gesetz ist in Russland umstritten. Die auch nach dem Zerfall der Sowjetunion zahlenmäßig starken Kommunisten werfen Putin vor, die Kirche als neuen Multimilliardär und Machtfaktor heranzuziehen. Das Moskauer Patriarchat wies allerdings Spekulationen zurück, die Kirche werde aus ihrem wiedergewonnen Eigentum Profit schlagen. Es gehe ausschließlich um die Festigung der Kirche in der Gesellschaft. Museumsexperten warnten davor, dass Kultureinrichtungen an Attraktivität verlieren könnten. Es gebe die Gefahr, dass in den Museen keine Exponate mit religiösen Motiven mehr zu sehen seien, sagte die Leiterin des Moskauer Puschkin-Museums, Irina Antonowa. |
























































