| Museum zeichnet moderne Kunstgeschichte Mecklenburgs nach |
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| Donnerstag, 14. Januar 2010 um 19:34 Uhr | ||
Rostock (dpa/mv) - In einer Sonderschau will das Kulturhistorische Museum Rostock das künstlerische Erbe Mecklenburgs in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufarbeiten. Zusammen mit der Ernst- Barlach-Stiftung in Güstrow und dem Rostocker Max-Samuel-Haus wird von Mai bis August die Ausstellung «Ein Land für Künstler» gezeigt. Ziel sei es, das Erbe des Nordostens in der künstlerischen Moderne (1900-1945) herauszuarbeiten, teilte das Museum am Donnerstag mit. So zogen sich zahlreiche deutsche Künstler während der Nazi-Zeit in das ländliche Mecklenburg zurück. Gezeigt werden in der Ausstellung Werke unter anderem von Ernst Barlach, Egon Tschirch und Alfred Heinsohn.
Nicht nur Bilder, Grafiken und Plastiken, sondern auch das Leben ihrer Schöpfer soll porträtiert werden, wie Museumschefin Heidrun Lorenzen bei der Vorstellung des Jahresprogramms für 2010 erklärte. «Es soll einen neuen Blick auf die Kulturgeschichte der Region geben. Wir wollen zeigen, dass die Moderne an unseren Land nicht vorübergegangen ist.» Allein in den sanierten Räumen des früheren Klosters zum Heiligen Kreuz in der Rostocker Innenstadt werden 130 bis 150 Arbeiten vorgestellt.
Neben moderner Kunst gehören auch volkskundliche Themen zum Programm des Museums in diesem Jahr. Die Foto-Schau «Die unbekannten Europäer» befasst sich mit der Geschichte verschiedener Volksgruppen wie der Aromunen, Sepharden oder Sorben. Den Sitten und Marotten adeliger und bürgerlicher Damen Rostocks in der Zeit nach der Reformation spürt die Ausstellung «Fräulein und Demoiselle» nach, das Deutsche Bernstein-Museum in Ribnitz-Damgarten beteiligt sich am «Blick hinter die Klostermauern».
Ergänzt wird der Veranstaltungskalender durch das Projekt «denk mal», das Alltagsgegenstände wie Ringe, Uhren, Briefe oder Kränze sowie Reise-Andenken in die geschichtlichen Epochen der Hansestadt Rostock einordnet. Zu sehen ist auch eine historische Pfennig-Münze aus dem Jahr 1499, deren Anschaffung dem Museum laut Lorenzen mehrere hundert Euro wert war.
Im vergangenen Jahr besuchten rund 30 000 Gäste das Museum mit seinen aufwändig restaurierten Kreuzgängen und Höfen. Mehr als 13 000 Besucher kamen in die Astronomie-Schau «Harmonia mundi». Etwa eine Million Euro seien in die Erneuerung investiert worden, berichtete die Leiterin der städtischen Museen, Michaela Selling. Der letzte Bauabschnitt soll im Laufe dieses Jahres abgeschlossen werden.
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