| Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden fordert: Museen müssen enger zusammenrücken |
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| Freitag, 15. Januar 2010 um 20:05 Uhr | ||
Prof. Martin Roth: „Vogel-Strauß Taktik hilft nicht weiter“
„Sachsens Museen müssen enger zusammenrücken“, fordert der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen, Prof. Martin Roth, heute in Dresden. Angesichts drohender Einsparungen, wie sie auch der sächsische Finanzminister in dieser Woche angekündigt habe, bringe es nichts, à la Vogel-Strauß den Kopf in den Sand zu stecken und zu hoffen, dass der Kelch an den Museen vorüberginge. „Der Abbau wird in den kommenden Jahren weitergehen, und auch die Reduktion der Mitarbeiterstellen geht weiter.“ Deshalb sei es sinnvoll, künftig gemeinsam in größeren Zusammenhängen zu denken, gemeinsam zu planen, Strukturen zusammenzulegen und Bereiche vernünftig zu teilen, um die Kosten zu senken.
Viele Häuser seien in Schwierigkeiten geraten, hätten aber kein Sprachrohr und könnten öffentlich kaum mit der notwendigen Aufmerksamkeit rechnen. „Die Großen müssen hier Partei ergreifen für die Unbekannteren und Kleineren. Die Kleinen sterben leise, darüber wird nicht großartig geredet.“ Aktionen wie der angedrohte Verkauf von Exponaten in Hamburg zeigten, wie prekär die Situation bereits sei. „Sollte in Sachsen eine solche Situation entstehen, stünden wir vor dem kompletten Identitätsverlust. Das wäre nicht der Anfang vom Ende. Das wäre bereits das Ende.“
Roth verwies vor diesem Hintergrund darauf, dass sich für die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gerade im 450. Jahr ihres Bestehens die Frage stelle, wie man künftig mit der Gegenwart umgehen wolle. „Sachsen braucht endlich ein Zentrum der Gegenwartskunst.“ Dazu werde auch das Albertinum, das im Juni für die Kunst von der Romantik bis zur Gegenwart wieder eröfnet wird, nicht ausreichen. Ein ernsthaftes, funktional-nüchternes Konzept für die Präsentation der Gegenwartskunst in Sachsen bedinge, dass sich alle Museen an einen Tisch setzten. „Damit will ich sagen: Wir brauchen vor allem Konzepte. Es ist illusorisch in Krisenzeiten noch mehr Geld zu verlangen oder ausgeben zu wollen. Es wird Zeit, darüber nachzudenken, was Dresden, Leipzig und Chemnitz gemeinsam machen können.“
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