| Jürgen P. Wallmann ist tot - «Kritiker im ureigenen Sinne» |
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| Freitag, 15. Januar 2010 um 21:15 Uhr | ||
Münster (dpa) - Der Schriftsteller und Literaturkritiker Jürgen P. Wallmann ist tot. Der 1939 in Essen geborene freischaffende Autor starb bereits am Dienstag im Alter von 70 Jahren in seiner langjährigen Wahlheimat Münster, wie die Literaturkommission für Westfalen am Freitag bestätigte. Wallmann war unter anderem Experte für DDR-Literatur und galt in den 1970er Jahren als einer der wichtigsten Verteidiger des Regimekritikers und Schriftstellers Reiner Kunze. Er war langjähriges Mitglied der Goethe-Gesellschaft Weimar und der Schriftstellervereinigung PEN.
Bis zuletzt war Wallmann als Herausgeber und Autor für deutschsprachige Zeitungen und Hörfunk-Sender tätig. Er verfasste Rezensionen, Aufsätze und Analysen zur deutschen Gegenwartsliteratur. Der «Westfalenspiegel», Kulturmagazin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, würdigte Wallmann, der viele persönliche Kontakte zu Schriftstellern pflegte, zu dessen 70. Geburtstag am 15. Juli 2009 als «Kritiker im ureigenen Sinne».
Der passionierte Kunstsammler studierte in Tübingen und Münster Germanistik, Theologie und Philosophie. Zu seinen Werken zählen Monografien über die Dichter Gottfried Benn und Else Lasker-Schüler sowie Analysen über Leben und Schaffen des Lyrikers Reiner Kunze, der 1977 die DDR verließ. Anhand weiterer namhafter Autoren und Persönlichkeiten wie Liedermacher Wolf Biermann analysierte er Literatur und Kulturpolitik der DDR. Im vergangenen Jahr veröffentlichte der Publizist eine Sammlung seiner Literaten- Interviews etwa mit Heinrich Böll, Rose Ausländer und Hans Dieter Schwarze. |
























































