| Schloss Friedenstein rüstet sich für «Barockes Universum» |
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| Sonntag, 17. Januar 2010 um 10:07 Uhr | ||
Gotha (dpa/th) - Das Projekt «Barockes Universum» der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha nimmt Gestalt an. «Zu Jahresbeginn forcierten wir die Planung für die Umgestaltung der Museen. Es begann die Sanierung des neuen Zentraldepots», sagte Stiftungsdirektor Martin Eberle im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. 20 Millionen Euro steuern der Bund, das Land Thüringen und die Stadt in den kommenden Jahren bei, um diesen Traum zu verwirklichen. Gotha war im Barock ein kulturelles, geistes- und naturwissenschaftliches Zentrum in Deutschland. Die Stadt aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken und zwischen den Touristenmagneten Eisenach und Weimar besser zu präsentieren, sei das ehrgeizige Ziel.
Im Zentrum stehen das frühbarocke Schloss und seine kostbaren Sammlungen. «Wohin der Weg führen wird, zeigt seit Anfang Dezember die umgestaltete Kunstkammer, die von Schlosserbauer Ernst dem Frommen im 17. Jahrhundert begonnen wurde», sagte Eberle. Die Arbeiten aus Gold, Silber, Elfenbein und Bernstein, Gemälde und Kuriositäten bescherten dem Haus einen Besucherboom. Knapp 160 000 Gäste kamen im vergangenen Jahr in die drei Museen mit den Kunst-, Natur- und Geschichtssammlungen. «Das sind fast 50 Prozent mehr als 2008», zeigte sich der 41-Jährige zufrieden. Mit der Einrichtung der Ahnengalerie des Herzogshauses soll 2010 die Umgestaltung von Schloss Friedenstein fortgesetzt werden.
Gut angekommen beim Publikum seien 2009 die drei Sonderschauen zum Thema Mode: im Wandel der Zeit, als Herrschaftssymbol und als «Bekleidung» der Tiere. In diesem Jahr will die Stiftung die Kräfte ihrer Museen bündeln. In «Gotha geht unter die Haut» dreht sich alles um Anatomie und deren Einfluss auf die Kunst von der Renaissance bis ins 19. Jahrhundert. «Kuriose wissenschaftliche Objekte wie der "Schlotfeger" - ein menschliches Präparat aus Paris von 1723 - gehören ebenso dazu wie der "Muskelmann" des Künstlers Jean-Antoine Houdon.»
Im ehemaligen Perthes-Verlagsgebäude - dem künftigen Depot für Stiftung, Forschungsbibliothek und Landesarchiv - haben Anfang Januar die Sanierungen begonnen. «Von den 10 000 Quadratmetern bekommen wir 5000, um unsere kostbaren Sammlungen unterzubringen.» Sie müssten gegenwärtig teilweise unter nicht optimalen Bedingungen verwahrt werden. «Die Grundsubstanz der Gebäude ist gut. Die Decken und Böden der ehemaligen Druckerei sind stabil, um all die Lasten aufnehmen zu können», erklärte der Stiftungsdirektor. Im Museum der Natur, das nach seiner ursprünglichen Bestimmung wieder zum Kunstmuseum avanciert, wird in den Oberlichtsälen mit dem Einbau von Isolierglasscheiben begonnen.
Gespräch: Antje Lauschner, dpa
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