| Protest gegen Modenschauen am Bebelplatz |
|
|
|
| Sonntag, 17. Januar 2010 um 14:33 Uhr | ||
Berlin (dpa/bb) - Ein Bündnis um den Berliner Ehrenbürger Edzard Reuter will die Fashion Week vom Bebelplatz verbannen. Aus Rücksicht auf das dortige Mahnmal, das an die nationalsozialistische Bücherverbrennung erinnert, müsse der Platz «frei von trivialisierenden Massenveranstaltungen bleiben», heißt es in einem offenen Brief an den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der am Sonntag veröffentlicht wurde.
Zu den Unterzeichnern des Schreibens gehören neben dem früheren Daimler-Chef Reuter auch die Vorsitzende der Berliner Jüdischen Gemeinde, Lala Süßkind, und die CDU-Bundestagsabgeordnete Monika Grütters sowie verschiedene Künstler und Kirchenvertreter. Sie beklagen, dass der Zugang zum unterirdischen Mahnmal durch Modeschauen, Weihnachtsmärkte und Eislaufbahnen regelmäßig behindert werde. Die «provinzielle Bespielung» eines authentischen Tatorts von Naziverbrechen beschädige zudem das Ansehen Deutschlands.
Im Rahmen der Berliner Fashion Week finden in den kommenden Tagen wieder mehrere Modeschauen auf dem Bebelplatz im Bezirk Mitte statt. Seit 1994 existiert dort aber auch das Denkmal des israelischen Künstlers Micha Ullman, das an die Bücherverbrennung auf dem damaligen Opernplatz am 10. Mai 1933 erinnert. Das Kunstwerk zeigt eine unterirdische Bibliothek mit leeren Regalen. Besucher des Platzes sehen das Denkmal durch eine Glasscheibe im Boden. Schon der Bau einer Tiefgarage unter dem Platz hatte vor einigen Jahren für einen erbitterten Streit gesorgt. |
























































