| Stimmgewaltige Kulisse: «10 Gebote» mit Megachor |
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| Montag, 18. Januar 2010 um 16:04 Uhr | ||
Von Christina Quast, dpa
Dortmund (dpa/lnw) - «Die 10 Gebote» gingen direkt in die Ohren: Ein 2500 Stimmen-Chor machte die Uraufführung des Pop-Oratoriums am Sonntag in Dortmund zu einem lautstarken Erlebnis. Eine Woche nach dem fulminanten Auftakt der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 setzten die evangelischen Kirchen mit ihrer ersten Großveranstaltung im Kulturjahr nun ein ebenfalls deutliches Ausrufezeichen. Die biblische Geschichte von Mose und dem Volk Israel haben Komponist Dieter Falk und Texter Michael Kunze in 19 moderne Songs verpackt. Die 9000 Zuschauer in der ausverkauften Westfalenhalle waren begeistert.
Quelle: YouTube
Der weiß gekleidete Megachor sang und bildete gleichzeitig die Kulisse für die Aufführung. Beinahe winzig dagegen wirkte das ständig unzufriedene Volk Israel, dem Mose zur Flucht aus der ägyptischen Sklaverei verhilft. Ein nur fünfköpfiges Ensemble folgte Hauptdarsteller Michael Eisenberger, denn für pompöse Szenen blieb auf der Bühne mit Band und großem Orchester kaum Platz. Selbst die Requisiten waren knapp bemessen: Der Holzstab für Mose, zwei Fächer für den Pharao, das goldene Kalb und schließlich die Tafeln mit den zehn Geboten. Die ereignisreiche Geschichte transportierten die Sänger und Musical-Darsteller über die Texte der Pop-und Gospelsongs, die teilweise auf zwei Leinwänden neben der Bühne eingeblendet wurden.
Vor allem der extravagante Pharao in einem Anzug mit viel Schlag und Raubtiermuster überzeugte als gelangweilter und selbstgefälliger Herrscher das Publikum. Darsteller Stefan Polslovski erntete am Ende den größten Jubel der Zuschauer. Als Moses Frau Zipporah überzeugte auch Bahar Kizil, ein Mitglied der erfolgreichen «Popstars»-Band «Monrose». Noch weitere Casting-Teilnehmer standen für «Die 10 Gebote» auf der Bühne wie die Sängerin Bonita Niessen aus Stefan Raabs Talentshow und die 14-jährige «Supertalent»-Finalistin Yosefin Buohler, die zum jungen Erzähler-Duo gehörte. Sie hatte Dieter Falks zwölf Jahre alten Sohn an ihrer Seite, der stets lässig über die Bühne spazierte.
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90 Chöre aus Nordrhein-Westfalen hatten das Oratorium ein halbes Jahr lang einzeln eingeübt. Die vollständige Besetzung mit allen Chören, Band, Orchester und Darstellern kam erst eine Woche vor der Uraufführung zusammen. In den rund 80 Minuten begleitete der Megachor die Darsteller nicht nur stimmlich, sondern auch als Bühnenbild. So symbolisierten die Sänger mit golden schimmernden Rettungsdecken den Palast des Pharao. Blau angeleuchteter Pappkarton bildete das Rote Meer.
Die einzige Sprechrolle des 550 000 Euro teuren Projekts ging an den Schauspieler Otto Sander, der dem immer gegenwärtigen, aber niemals sichtbaren Gott eine energische Stimme verlieh. Sein Text kam bei der Uraufführung vom Band. Am Ende überzeugten «Die 10 Gebote» nicht nur das israelische Volk, sondern auch das Publikum, das es beim minutenlangen Applaus nicht mehr auf den Sitzen hielt. Weitere Vorstellungen in Deutschland sind geplant.
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