| Dortmunder «U»: Symbol für das neue Ruhrgebiet |
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| Mittwoch, 20. Januar 2010 um 12:07 Uhr | ||
Von Helge Toben, dpa Dortmund (dpa/lnw) - Jahrzehntelang Deutschlands größte Brauerei, demnächst Kulturzentrum: Das Dortmunder «U» wird mehr als nur ein Aushängeschild der Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr.2010. Das einstige Gär- und Lagerhaus der «Dortmunder Union»-Brauerei und künftige «Zentrum für Kunst und Kreativität» hat das Zeug, zum Symbol für das «neue» Ruhrgebiet zu werden, das längst Abschied genommen hat von seiner Fixierung auf Kohle und Stahl. Der Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes kostet rund 48 Millionen Euro. Ein Kunstmuseum, ein Medienkunstverein, die Dortmunder Hochschulen und ein Filmregisseur wollen dem Riesenklotz neues Leben einhauchen. Vom 9. Mai an soll der 67 Meter hohe Bau unweit des Hauptbahnhofs nach und nach geöffnet werden. Fünf Monate später am 8. Oktober können Besucher das gesamte Haus vollständig auf allen acht oberirdischen Etagen besichtigen und erleben. Seinen Namen hat der Industriebau von vier neun Meter hohen, in Blattgoldränder gefassten «U»-Leuchtbuchstaben auf dem Dach, dem einstigen Firmenzeichen der Brauerei. Der Umbau des 1927 fertiggestellten Backstein-Baus ist noch in vollem Gange. Eingerüstet und mit einem hohen Kran an der Seite lässt es derzeit kaum erahnen, dass es schon bald ein echter Hingucker sein soll. Verantwortlich dafür ist vor allem der Dortmunder Regisseur Adolf Winkelmann («Contergan»). «Fliegende Bilder» heißt sein Kunstwerk. Die Dachkrone des «U» will er mit meterhohen Leuchtdioden- Netzen zu einer Art Bilderuhr umgestalten, auf der Filmszenen laufen - von weitem sichtbar. Zu sehen sein werden etwa gurrende Tauben oder plätschernde Meereswellen - mitsamt Ton. Im Foyer will der 63-jährige Filmkünstler Panoramen des Ruhrgebiets zeigen. Fährt der Besucher dann mit Rolltreppen durch einen «Vertikale» genannten, über 40 Meter hohen und die Etagen verbindenden Raum, begleitet ihn Winkelmann auch dort. Auf die nur wenige Meter entfernt liegende Wand will er kurze, mit Schauspielern wie Dietmar Bär oder Peter Lohmeyer gedrehte Filme projizieren. «Neun Fenster» heißt die Installation, in der Winkelmann seine Sicht des Ruhrgebiets zeigen will. Im Inneren stehen pro Etage rund 1000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Im Erdgeschoss sollen außer dem Foyer ein Bistro und ein Multifunktionsraum für Filmvorführungen oder kleinere Konferenzen entstehen, wie «U»-Gründungsdirektor Andreas Broeckmann erläutert. Das erste Obergeschoss teilen sich die Technische Universität und die Fachhochschule Dortmund. Winkelmann, der an der FH als Professor Film-Design lehrt, will dort ein «Institut für Bewegtbildstudien» aufbauen. Die TU plant einen «Campus in der Stadt» mit Seminar- und Ausstellungsräumen. Ein Sonderforschungsprojekt soll sich etwa damit befassen, wie künstlerisches Denken für die Wirtschaft fruchtbar gemacht werden kann. Ab Sommer 2010 entsteht im 2. OG eine «Werkstatt für kulturelle Bildung», wo es unter anderem eine Malschule für Jugendliche geben soll. «Eine wichtige Aufgabe wird sein, den Besuchern die Bedeutung von Kunst und Kultur für ihren Alltag und ihr Leben zu vermitteln», sagt Broeckmann. Im dritten Obergeschoss wird der Dortmunder «Hartware MedienkunstVerein» (HMKV) einziehen, in das vierte und fünfte das städtische «Museum Ostwall» (MO), das der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts gewidmet ist. Das sechste Geschoss steht unter anderem für Sonderausstellungen von MO und HMKV zur Verfügung. Im siebten schließlich wird ein Restaurant in einen «Kathedrale» genannten hohen Raum direkt unter dem goldenen Vierfach-«U» einziehen. Der Raum soll regelmäßig auch für Veranstaltungen mit bis zu 500 Teilnehmern genutzt werden. Von einer großen Außenterrasse können Besucher dann weit übers Ruhrgebiet blicken. |
























































