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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Staatsministerin Kühne-Hörmann gibt irakische Kulturgüter aus Raubgrabungen an den Botschafter der Republik Irak in Deutschland zurück PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 21. Januar 2010 um 21:30 Uhr

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Wiesbaden / Berlin – Die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann hat dem irakischen Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland, Alaa Al-Hashimy, in der Hessischen Landesvertretung in Berlin 22 altorientalische Fundstücke übergeben. Die bis zu 4000 Jahre alten Stücke waren bei einer Hausdurchsuchung wegen des Verdachts der Hehlerei 2007 im Wetteraukreis sichergestellt worden. Es handelt sich um Keilschrifttafeln, Tonbriefe, Rollsiegel und so genannte Tonnägel, also konisch geformte Tonstücke mit Inschriften. Sie stammen zweifelsfrei aus dem Irak und hätten nicht ausgeführt werden dürfen.

„Wir geben diese wertvollen Kulturgüter und Zeugnisse der frühen Hochkulturen Mesopotamiens in das Land zurück, aus dem sie stammen und aus dem sie unrechtmäßig entwendet wurden“, sagte Ministerin Kühne-Hörmann und erinnerte an die Resolution des UNO-Sicherheitsrats 1483/2003, nach der Handel mit illegalem irakischen Kulturgut verboten ist.

Botschafter Al-Hashimy sagte: „Die Übergabe des irakischen Kulturgutes ist von unschätzbarem Wert für den Irak. Dies ist ein Zeichen für den Erhalt des Erbes der Entwicklung der Zivilisation und dient der Einheit des Irak.“

Prof. Dr. Walter Sommerfeld vom Centrum für Nah- und Mittelost-Studien der Philipps-Universität Marburg, Fachgebiet Altorientalistik, hatte in seinem Gutachten festgestellt, dass die Fundstücke aus Raubgrabungen stammen. Sie lassen sich entweder an bekannte Archive anschließen oder mittels inhaltlicher Kriterien zuordnen. Dadurch sind die Herkunftsorte präzise zu bestimmen: die antiken sumerischen Städte Girsu, Isin, Larsa und Umma im Südirak.

Sechs Fundstücke sind beschriftete Tonnägel, wie sie häufig im Mauerwerk von Gebäuden jener Zeit verwendet wurden. Sie enthalten den Namen des jeweiligen Bauherrn, die Bezeichnung des Gebäudes und bei Kultbauten auch den Namen der Gottheit, der diese Stätte geweiht war. Diese Angaben sind so eindeutig, dass sich damit das spezifische Gebäude, aus dem sie stammen, sicher identifizieren lässt.

Das wegen seiner Größe und der Seltenheit der Inschrift wissenschaftlich wertvollste Stück unter den Tonnägeln ist ein aus der Region Isin stammendes Exemplar aus der Herrscherzeit des Königs Enlil-bani (Regierungszeit 1860 bis 1837 vor Christus). Dieser wurde beim Bau des „Hundehauses“ der Göttin Ninisina verwendet. Von der Inschrift sind weltweit nur zwei Duplikate bekannt.

Isin war Hauptkultort der Heilgöttin Gula, die oft auch Ninisina („Herrin von Isin“) genannt wurde. Ihr heiliges Tier war der Hund, weil dessen Speichel oberflächliche Hauterkrankungen wie Schorfwunden, Geschwüre, Vereiterungen und andere Wunden zum Abheilen bringen konnte. In den Tempelbezirken wurden diese Hunde von eigenen Hundewärtern gepflegt. Ein solches „Hundehaus“ ist in Mesopotamien nur in Isin bekannt.

Herkunftsort der übrigen Tonnägel ist Girsu. Sie stammen von der Tempelanlage des lokalen Hauptgottes Ningirsu („Herr von Girsu“). Es handelt sich um eines der größten bekannten sumerischen Heiligtümer (ca. 460 x 300 m), das allerdings in offiziellen Grabungskampagnen nur unvollständig freigelegt wurde. Raubgräber haben fast alle der bekannten Tonnägel auf den Markt gebracht.

Drei Keilschrifttafeln und drei Tonbriefe bieten antike Verwaltungstexte, in denen es beispielsweise um den Einsatz von Arbeitern zu einem Schiffstransport, um die Ausgabe von Getreide oder die Empfangsbestätigung von Silber mit einer Zeugenliste geht. Die Keilschrift war in Mesopotamien mehr als 3.000 Jahre lang im Gebrauch. Wichtigster Schriftträger war der überall vorhandene Ton, der einfach zu bearbeiten und mit einem spitzen Griffel leicht zu beschriften war. Insgesamt sind inzwischen einige Hunderttausend Keilschriftentexte bekannt, die überwiegend aus administrativen Zusammenhängen und der Korrespondenz stammen. Die genannten Stücke lassen sich in die Zeit der letzten sumerischen Dynastie (21. Jahrhundert vor Christus) beziehungsweise in die anschließende altbabylonische Epoche (2000 bis 1600 vor Christus) datieren.

Zu den Fundstücken gehören schließlich auch zehn Rollsiegel diverser Typen aus unterschiedlichen Perioden. Rollsiegel waren im Alten Mesopotamien außerordentlich weit verbreitet. Ihre Hauptfunktion bestand darin, durch Abrollung auf Tontafeln den dort dokumentierten Vorgang zu legitimieren und eine beteiligte Person eindeutig zu identifizieren. Dafür wurden unterschiedlichste Materialien und Formate eingesetzt. Charakteristisch ist die extrem ausgeprägte und variantenreiche Vielfalt an figürlichen Darstellungen.



Tags: stammen  tonn  
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