| Forschung: Holländer-Gemälde falsch zugeordnet |
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| Freitag, 22. Januar 2010 um 22:46 Uhr | ||
Schwerin (dpa/mv) - Neue Forschungen schmälern den Besitz des Staatlichen Museums Schwerin an Gemälden des bedeutenden holländischen Barockmalers Gerard Dou (16131675). Bei der Überprüfung aller Zuschreibungen der mehr als 100 Werke holländischer Genremalerei in den Museum hätten zahlreiche korrigiert werden müssen, sagte Kunsthistoriker Gero Seelig am Freitag. Von den bislang fünf Gerard Dou zugeschriebenen Gemälden in Schwerin blieben nunmehr noch zwei übrig. So habe sich eines als «sehr gute Kopie» erwiesen, ein anderes stamme aus Dous Werkstatt. Klar sei nun, dass «Die Möhrenputzerin» und «Der Zahnarzt» in Schwerin von Gerard Dou sind.
Die Sammlung holländischer Genremalerei im Staatlichen Museum Schwerin soll in einer Sonderausstellung mit dem Titel «Scheinbar vertraut» vom 23. Juli bis 14. November ins Licht gerückt werden. Dazu erscheint ein Bestandskatalog, der aufgrund der korrigierten Zuschreibungen auch ein Beitrag zur Forschung auf diesem Gebiet sei. Der letzte kritische Katalog zu der Sammlung stammt von 1882. Das Spitzenwerk der Schweriner Kollektion von holländischer Genremalerei ist «Die Torwache» von Carel Fabritius (16221654). Die Genremalerei beschäftigt sich mit Alltagsszenen.
Ein weiterer Ausstellungshöhepunkt in diesem Jahr ist die Schau «Schwerinblicke - Künstlerblicke» zum 850. Stadtjubiläum. Vom 2. April bis 4. Juli werden Sichten einheimischer wie internationaler Künstler auf die Landeshauptstadt vorgestellt. Beteiligt sind neben anderen die Schweizer Daniel Spoerri und Res Ingold. Aus Mecklenburg- Vorpommern sind den Angaben zufolge Matthias Kanther und Andreas Sachsenmaier dabei. Darüber hinaus sollen historische «Schweriner Ansichten» aus dem 18. Jahrhundert nach ihrer Restaurierung erstmals zu sehen sein. Auch ein Bürger-Kunst-Happening soll es geben: Der Künstler Bazon Brock lädt am 6. Juni die Schweriner ein, ihr liebstes Gut in einer Prozession in die Ausstellung zu tragen, wo die Dinge dann einen Monat lang zu sehen sein sollen.
In Kooperation mit der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz soll zum Jahresende und Anfang 2011 der Hofmaler Christian Friedrich Reinhold Lisiewski (1725-1794) vorgestellt werden, der in Anhalt und Mecklenburg tätig war. «Lisiewski ist eine Entdeckung», sagte Kurator Gerhard Graulich. Er sei neben Anton Graff (1736-1813) der bedeutendste Porträtmaler in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gewesen. Als Höhepunkt im Ausstellungsjahr 2011 wurde am Freitag bereits die Schau «Sommergäste - Die Klassische Moderne in Mecklenburg und Pommern» angekündigt. Gezeigt werden sollen Werke von Lyonel Feininger und Edvard Munch bis hin zu Vertretern der Dada- Szene wie Kurt Schwitters. Sie alle verbrachten Sommerferien im Nordosten und ließen sich von der Landschaft inspirieren. |
























































