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Zu seinem hundertsten Geburtstag hat das Kunsthaus Zürich Kurzfilme an einen Künstler, einen Werber und einen Filmemacher in Auftrag gegeben. Die drei Positionen erlauben unterschiedliche Blicke auf das Kunsthaus und sein Umfeld. Am 17. April werden die Kurzfilme das erste Mal präsentiert.

Ralf Kostgeld, Chez toi, 2009
Video, Farbe, Ton, 7’26’’
© Ralf Kostgeld
Am 17. April 2010 wird das Kunsthaus Zürich 100 Jahre alt. Zu diesem Jubiläum hat es ein ganz besonderes Projekt gestartet: Filmemacher Luc Gut, Künstler Thilo Hoffmann und Creative Director Ralf Kostgeld haben einen Blick aus der Kreativ-Szene auf das Kunsthaus Zürich und seine Aktivitäten geworfen und in Bild und Ton festgehalten. Die Filmer waren in der Gestaltung ihrer Arbeit frei, die Länge sollte jeweils zwischen vier und sieben Minuten liegen.
SURREALES VON WERBER RALF KOSTGELD
Ralf Kostgeld, geborener Österreicher, ist seit dem Alter von 12 Jahren Schweizer. Aufgewachsen ist er in St. Gallen, wo er auch die Fachklasse für Grafik an der Kunstgewerbeschule besuchte. Nach Weiterbildungen in New York und San Francisco, war er von 1992 bis 2009 tätig als Art Director, Konzepter und Creative Director bei diversen Agenturen, zuletzt bei Publicis. Seit 2009 ist er freier Creative Director/Art Director im Bereich Werbung. Ralf Kostgeld hat für die unterschiedlichsten Kunden aus Wirtschaft und Kultur gearbeitet. Er kennt sich aus beim Film: ob als jahrelanges Mitglied bei der Filmjury des ADC Schweiz, als mehrfacher Gewinner des EDI Filmpreises oder als Gewinner von mehr als 180 nationalen und internationalen Awards der bedeutendsten Festivals. Mit Vorliebe setzt er sich im Bereich der angewandten Kunst konzeptionell mit Film und Animation auseinander.
«Chez toi», so der Titel seines Filmes, soll eine Metapher auf den Kunstkonsum darstellen und aufzeigen, dass es sich lohnt, sich mit Kunst verschiedenster Ausprägungen zu befassen um sich selber und das Leben besser zu verstehen. Kunstgenuss ist in dieser filmischen Umsetzung wortwörtlich zu nehmen. Denn auf der Menukarte des Restaurants «Chez toi» bieten sich einem Paar die Gehirne verschiedener Künstler zum Verzehr. Die Geschichte ist surreal, mit einem Hauch Buñuel. Der Film wurde produziert von Pumpkin Film AG.
JUNG-FILMEMACHER LUC GUT FÜHRT INS VIRTUELLE MUSEUM
Luc Gut, der junge Video- und Soundkünstler aus Zürich, studierte Mediale Künste an der Zürcher Hochschule der Künste. Zuvor war er an der École d’art de Lausanne, wo er ein Grafikstudium begonnen hatte. Charakteristisch für Luc Guts Videos sind die eigens dafür produzierte Electro-Sounds, zu welchen er die Videobilder präzise synchronisiert. Der Ton hat in seinen Arbeiten einen ebenso hohen Stellenwert wie das Bild.
Mit seinem Video «1 km Hardbrücke» erregte Gut 2008 viel Aufmerksamkeit und die Arbeit wurde an mehreren nationalen und internationalen Filmfestivals gezeigt. Der kurze Clip «Takt Film» gewann an den Schweizer Jugendfilmtagen sowohl den ersten als auch den Publikums-Preis.
Gut legt Wert darauf, dass der Film zum Kunsthaus-Jubiläum innovativ und unterhaltend daherkommt. Er soll durch einen einheitlichen Stil und spezielle Atmosphäre überzeugen, er soll Lust machen, sich mit Kunst zu befassen, den Kunsthaus-Besuch anregen. Guts Arbeit führt den Betrachter in ein virtuelles Museum, die Räume sind weiss und leer. Die jungen Menschen im Film hingegen sind farbig gekleidet, sie bewegen sich nur zunächst nur minimal und roboterhaft, sind unfokussiert und schauen aneinander vorbei. Doch etwas scheint sie herauszufordern, zum Nachdenken zu bewegen, sich einander zuwenden zu lassen. Ihre Stimmen sind verzerrt, mit Hall oder Echo versehen. Das Ganze ist von hypnotischem, beinahe monotonem Sound untermalt, Bild und Ton verschmelzen zu einer Einheit.
KÜNSTLER THILO HOFFMANN FÜHRT BEI 30-SEKUNDEN-SPOTS REGIE
Thilo Hoffmann studierte Architektur an der ETH in Zürich, Kunstgeschichte am Sotheby’s Educational Department in London und ging weiterführenden Studien an der Manchester University nach, wo er mit einem Master of Arts abschloss. Hoffmanns Erfahrungen sind breit, er arbeitete in diversen Galerien, war Künstler und Kurator für die Swissair-Ausstellung «Art in the Air», Co-Kurator am Österreichischen Pavillon an der Biennale in Venedig und hat unter anderem für das MoMA in New York eine Filmreihe realisiert.
Thilo Hoffmann gibt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kunsthauses Gelegenheit, einen eigenen, 30-sekündigen Film zu produzieren. Ausser der Länge gibt es keine Vorgaben, erlaubt ist was gefällt. Hoffmann steht den Kuratorinnen, Aufsichten, Bibliothekarinnen oder Technikern beratend zur Seite, führt die Kamera und stellt die Film-Portraits zusammen. Anschliessend bearbeitet und schneidet er die Filme im Studio und fügt zehn der Arbeiten zu einem Ganzen zusammen.
Die Kurzfilme werden am Tag der offenen Tür, am 17. April, im Kunsthaus Zürich in Anwesenheit der Filmemacher erstmals öffentlich gezeigt. Das Programm ist ab dem 1. März in der Agenda auf www.kunsthaus.ch aufgeschaltet. Bis zum Jahresende werden die Filme sowohl im Museum als auch auf der Website des Kunsthauses gezeigt.
Ein Kulturengagement der Credit Suisse – Partner des Kunsthaus Zürich.
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