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Das Germanische Nationalmuseum (GNM) in Nürnberg präsentierte in seiner heutigen Jahrespressekonferenz sein Programm für 2010, darunter die zwei großen Ausstellungsereignisse "Mythos Burg" und "Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur 16.-18. Jahrhundert".
Mit zwei großen Ereignissen wird das Germanische Nationalmuseum 2010 international für Aufmerksamkeit sorgen: Sowohl die neue Schausammlung "Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur 16.-18. Jahrhundert" als auch die Sonderausstellung "Mythos Burg" präsentieren der Öffentlichkeit nie gezeigte kulturgeschichtliche Zusammenhänge und völlig neue Forschungsergebnisse.
"Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur 16.-18. Jahrhundert"
Ab 18. März 2010 die berühmten Meisterwerke des Germanischen Nationalmuseums wieder zu bewundern. Der "Erdapfel" des Martin Behaim, die Kaiserbilder Albrecht Dürers, die großartigen Schöpfungen der deutschen Renaissancekunst von Lucas Cranach, Hans Baldung Grien und Albrecht Altdorfer, die "Nürnberger Madonna" und weitere meisterhafte Skulpturen. In völlig neuem Gewand tritt auch der Saal mit den Manieristen und der rudolfinischen Kunst auf. Mit aller sinnlichen Pracht wird das schließlich das Zeitalter des Barock dem Besucher nahegebracht - ein Höhepunkt der neuen Ausstellungspräsentation.

Sammlung "Renaissance, Barock, Aufklärung" Aufbau einer Skulptur von E.B. Bendl - Foto: F. Boxler
In 33 neu gestalteten Räumen lässt sich nun die Entwicklung und Kontinuität der Kultur des deutschen Sprachraums erleben. Sechs Jahre lang wurden die Räume gründlich saniert, mit der neuesten Klima-, Licht- und Sicherheitstechnik versehen und den Erwartungen des modernen Museumsbesuchers angepasst. Die etwa 1000 Kunstwerke wurden aufwendig restauriert und wissenschaftlich untersucht, bevor sie in die neuen Räume einziehen durften. Mit Blick auf aktuelle Fragestellungen der Forschung verfolgt die Ausstellung einen kulturhistorischen und damit gattungsübergreifenden Ansatz. Sie umfasst Werke aus allen Sammlungsbereichen des Museums: Dazu zählen neben Gemälden und Skulpturen auch Glasgemälde, Kunsthandwerk, Möbel, Musikinstrumente, Medaillen, Textilien und Schmuck.
"Mythos Burg"
Das zweite Zuschauerereignis in diesem Jahr wird die große Sonderausstellung "Mythos Burg". Präsentiert werden rund 500 teilweise noch nie ge-zeigte Objekte, sowohl aus eigenen Beständen als auch Leihgaben internationaler Sammlungen. In der Verbindung von herausragenden Ausstellungsobjekten und neuesten Forschungsergebnissen entsteht erstmals ein Panorama des "Mythos Burg" durch die Jahrhunderte vom Mittelalter bis zur Gegenwart, vom Ritterhelm bis zur Playmobil-Burg. Die Ausstellung wird großzügig gefördert von der Nürnberger Versicherungsgruppe.

Ausstellung "Mythos Burg": Goetzenberger, Brug Windeck, Mitte 19 Jhd. Foto: Kurpfälzisches Museum, Heidelberg
Das heutige Bild von der Burg ist eng verknüpft mit der Burgenrenaissance des 19. Jahrhunderts, den Märchenschlössern Ludwigs II. und den romanti-schen Reisebeschreibungen englischer Rheintouristen. Trutzige Mauern, imposante Bergfriede, prunkvolle Säle als Zeichen für Wehrhaftigkeit, Macht und ritterliches Leben prägen den "Mythos Burg" bis in die Gegenwart.
Die Ausstellung zeigt, dass die mythische Überhöhung der Burg schon im Mittelalter die Gestaltung von Alltagsgegenständen prägte. Auf Siegeln und Grabplatten lassen sich Herrscher als ideale Ritter darstellen, Wandteppiche, Fresken und Buchminiaturen zeigen das höfische Leben vom Kampf bis zur Erotik, das sich in und vor der Burg abspielt. Doch zeigen weder diese Darstellungen noch stereotype Klagen über den elenden Alltag ein realistisches Abbild des Lebens auf der Burg. Die tatsächlichen Lebensbe-dingen waren wesentlich facettenreicher als oft angenommen, ebenso wie die Rolle der Burg in ihrer über tausendjährigen Geschichte zwischen Adelswohnsitz, Herrschaftssymbol und Ausflugsziel.
Gleichzeitig präsentiert das Deutsche Historische Museum in Berlin die Ausstellung "Burg und Herrschaft", beide Ausstellungen sind unter dem Titel "Die Burg" konzeptionell aufeinander abgestimmt.
Das Museumsfest des GNM am 11. und 12. September 2010 ist ebenfalls dem Thema "Burg" gewidmet.
"Reisebegleiter - mehr als nur Gepäck"
Die dritte Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums ist ein Beitrag zum 175-jährigen Jubiläum der ersten Fahrt des "Adler" zwischen Nürnberg und Fürth. Die Ausstellung handelt vom Reisegepäck und Reiseutensilien, die sich den veränderten Reisegewohnheiten und Transportmöglichkeiten - von der Kutsche bis zum Flugzeug - anpassen mussten. Die Ausstellung wird vom 9. Dezember 2010 bis zum 1. Mai 2011 gezeigt.

Ausstellung "Reisebegleiter": Hutschachteln, um 1900 Foto: G.Janßen /GNM
Besuchszahlen 2009
"In einem Jahr, in dem wir wie viele andere Museen auch mit sinkenden Besucherzahlen zu kämpfen hatten, können wir dennoch mit stabilen Zahlen für die Sammlungen aufwarten", stellte Generaldirektor G. Ulrich Groß-mann fest. "Lediglich die Besuche bei den Sonderausstellungen waren nicht so häufig wie wir erwartet hatten. Dafür kamen erheblich mehr Men-schen in unsere Veranstaltungen." Insgesamt wurden 2009 im Germani-schen Nationalmuseum 318.837 Besuche gezählt, das sind 9,7 Prozent weniger als 2008. Der Besucherrückgang ist jedoch in weiten Teilen auf die Sonderausstellung "Kunst und Kalter Krieg" zurückzuführen, die weder in Nürnberg noch in der weiteren Station in Berlin auf den erhofften Zuspruch stieß. "Allerdings hatten wir ein internationales Medienecho auf die Aus-stellung, das alles Bisherige überstieg, so dass wir dennoch einen positiven Effekt für das GNM feststellen können", fügte Großmann an.
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