| Kunsthalle Erfurt bangt um Ausstellungen |
|
|
|
| Mittwoch, 27. Januar 2010 um 21:04 Uhr | ||
Erfurt (dpa/th) - Die Kunsthalle Erfurt bangt wegen der Finanznöte der Landeshauptstadt um ihre Sonderausstellungen im zweiten Halbjahr. Nach der am 5. Februar öffnenden Schau «Farbwelten. Von Monet bis Yves Klein» der klassischen Moderne aus dem Kunstmuseum Krefeld könnte im Sommer die Schließung der zeitgenössischen Kunstgalerie drohen, sagte Direktor Kai Uwe Schierz am Mittwoch. «Wir haben strikte Order, bis zur Verabschiedung des Haushaltes 2010 nichts auszulösen.» Falls er das benötigte Geld in Höhe von 30 000 Euro nicht bekomme, müsse er geplante Ausstellungen absagen und Drittmittel zurückgeben. «Es ist eine äußerst schwierige Situation.»
Die Galerie könne jedoch in Notzeiten nicht wie ein Museum aus dem eigenen Fundus für Ausstellungen zurückgreifen. «Sie ist auf Kooperationen und eigene Projekte angewiesen», sagte der Kunsthistoriker. Er habe zwar Verständnis für die Stadt, die wegen der Wirtschaftskrise unverschuldet in Nöte geraten sei, «aber ich möchte das ganze Jahr über Ausstellungen zeigen.» Er hoffe deshalb auf die Bewilligung des Geldes. «Das kommt der Stadt billiger als eine Schließung des Hauses», zeigte er sich überzeugt.
«Die Schau zum 100. Geburtstag des Fotografen und Malers Lux Feininger (1910) haben wir schon gestrichen.» Die Ausstellung über den jüngsten Sohn des Bauhaus-Meisters Lyonel Feininger wäre trotz mehrerer Stationen in Deutschland zu teuer geworden. Für die Moderne- Schau aus Krefeld müsse die Galerie 100 000 Euro zahlen - nur etwa 17 000 Euro steuere die Stadt Erfurt bei.
Im vergangenen Jahr konnte die Galerie mit Ausstellungen zur schwierigen politischen und kulturellen Situation des Weimarer Bauhauses zur Gründungszeit überzeugen - und wurde auch für diese historisch-kritische Aufarbeitung mit 31 000 Besuchern belohnt.
Mehr über die Kunsthalle Erfurt |
























































