| «Krieg im Fokus» - Museum ehrt Kriegsfotografin |
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| Freitag, 29. Januar 2010 um 20:00 Uhr | ||
Stuttgart (dpa) - Hommage an eine große Fotografin: Das Stuttgarter Kunstmuseum ehrt die Pionierin der Kriegsfotografie, Gerda Taro (1910-1937), zu ihrem 100. Geburtstag mit einer Retrospektive. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten - dem legendären Kriegsreporter Robert Capa (1913-1945) - lieferte die Stuttgarter Jüdin in den Jahren 1936/37 packende Fotos vom Spanischen Bürgerkrieg. Unter dem Titel «Krieg im Fokus» präsentiert das Kunstmuseum von diesem Freitag bis zum 16. Mai eine Auswahl von insgesamt 85 Schwarz-Weiß-Aufnahmen von der Front. Ihre Fotos dokumentieren das Leid aber auch das Leben der spanischen Bevölkerung in und mit dem Krieg «aus beeindruckender Nahsicht», wie das Kunstmuseum mitteilte. Der Spanische Bürgerkrieg sei «der erste wirkliche Medienkrieg» gewesen, sagte Kuratorin Sabine Gruber. Beide Lager - die Republikaner wie Francos Faschisten - hätten sich von Anfang an der internationalen Illustrierten bedient, um ihren Krieg zum «gerechten Krieg» zu stilisieren. Taro und Capa bedienten beide Lager, dokumentierten den Krieg aus Sicht der Soldaten.
Taros Arbeiten zeigen Soldenten an der Front, aber auch Frauen beim Waffentraining am Strand, Paare im Café mit Gewehr in der Hand oder Kinder in Milizkleidung auf Barrikaden. Das Leid der Flüchtlinge ist ebenso abgebildet wie Verwundete und Tote. Im Juli 1937 starb Gerda Taro als erste Kriegsfotografin im Einsatz. In einem Hospital nahe Madrid erlag sie den Folgen eines Unfalls bei einem Bombenangriff. Auf dem Weg zu ihrer Grabstätte in Paris gaben ihr tausende Menschen das letzte Geleit, die linke Presse feiert sie als Märtyrerin - an ihrem 27. Geburtstag.
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