| Große Retrospektive zu Videokünstler Kahlen |
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| Samstag, 03. Juli 2010 um 08:50 Uhr | ||
Karlsruhe (dpa) - Wenn Fernsehen zur Kunst wird: Von diesem Samstag an ist in Karlsruhe eine umfassende Retrospektive des Videokünstlers Wolf Kahlen zu sehen. Das Gesamtwerk eines der Pioniere der Videokunst besteht aus etwa 160 Filmen sowie acht Videoskulpturen, die im Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM) zu sehen sind. Sie werden auf Flachbildschirmen und großen Projektionen gezeigt - etwa ein Film über Straßenszenen im japanischen Kyoto mit einer Länge von fast zwölf Stunden. Außer in Karlsruhe gastiert die Ausstellung in Berlin, Essen und dem polnischen Warschau. Die Ausstellung des 70-Jährigen gastiert noch bis zum 26. September in Karlsruhe.
Das Medium Video begeisterte Kahlen schon als junger Stipendiat in New York - weil es schwer greifbar sei und sehr subjektiv. 1969 entstand seine erste Fernsehskulptur. In den 80er Jahren reiste der Künstler mehrfach in den Himalaya und nach Ostasien, wo vor allem in Tibet und der Mongolei zahlreiche dokumentarische Filme entstanden. 1985 gründete er die «Ruine der Künste» in Berlin, im Jahr 2005 sein eigenes Museum in Bernau bei Berlin.
Filme haben für Kahlen etwas sehr intimes. Dem soll auch die Konzeption der Ausstellung Rechnung tragen. In den einzelnen Räumen könnten die Besucher die Filme ungestört betrachten. Monitore und Projektionen sind so arrangiert, dass einem kaum jemand über die Schulter schauen kann.
Ergänzt wird die Ausstellung «Wolf Kahlen. VideoTapes 1969-2010», durch sechs Videoskulpturen, darunter zwei aus der Sammlung des ZKM. Sie wurden für diesen Anlass restauriert und sind seit vielen Jahren erstmals wieder zu sehen.
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