| Leipzig bekommt keinen Kabarettarchiv-Ost-Ableger |
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| Samstag, 03. Juli 2010 um 08:50 Uhr | ||
Ein «Walk of Fame der Satire» war geplant und eine Sammlung über Kabarett in der DDR. In Leipzig wollte das Deutsche Kabarettarchiv seine Ost-Dependance einrichten. Jetzt ist das Vorhaben geplatzt.
Leipzig/Mainz (dpa) - Der Plan des Deutschen Kabarettarchivs (Mainz), in Leipzig eine Ost-Filiale einzurichten, ist gescheitert. «Der Kulturausschuss der Stadt sah keine Möglichkeit für eine finanzielle Beteiligung», sagte der Geschäftsführer der Stiftung Deutsches Kabarettarchiv, Jürgen Kessler, am Freitag der dpa. Der Bund hatte sich bereiterklärt, 70 Prozent der jährlichen Kosten zu übernehmen. Leipzig hätte pro Jahr die restlichen 30 Prozent zahlen sollen; das wären 34 000 Euro gewesen.
Der Ost-Ableger bleibt damit nun doch im Schloss Bernburg (Sachsen-Anhalt). In der Kabarett-Hochburg Leipzig sollten Nachlässe von DDR-Humoristen und Material über das Kabarett in der ostdeutschen Diktatur gesammelt und in Ausstellungen gezeigt werden.
«Ich bin am Montag in Bernburg und werde die Friedenspfeife mit den Herren rauchen», sagte Kessler. Dort soll nun ein Museum mit einer Dauerausstellung über die Geschichte des Kabaretts in der DDR eingerichtet werden. «Wir statten unseren Standort in Bernburg jetzt auch mit einem neuen Flügel aus und werden damit eine Veranstaltungsreihe starten, die das kulturelle Leben der Region bereichern soll.»
Leipziger Berufs-Kabarettisten hatten den Oberbürgermeister gebeten, die Verlegung der Dependance aus Bernburg nach Leipzig zu unterstützen. Dort sollten im sanierten Kretschmannshof in der Innenstadt auch unerschlossene Teile der Ost-Kabarett-Historie - etwa der Berufshumor im Rundfunk der DDR mit Heinz Quermann und Co. - erforscht werden. Zudem war ein «Walk of Fame der Satire» geplant, auf dem etwa Erich Weinert, Lene Voigt und Hans Reimann mit einem Stern geehrt werden sollten.
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