| «Gewebte Gärten»: Schau zeigt Kelims von Nomaden |
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| Mittwoch, 07. Juli 2010 um 06:58 Uhr | ||
Leipzig (dpa/sn) - Gewebte Volkskunst orientalischer Nomaden kommt ab Donnerstag in Leipzig zu später Ehre. In der Schau «Gewebte Gärten» (bis 26.9.) zeigt das Museum für Angewandte Kunst im Grassi rund 40 farbenfrohe Kelims aus Anatolien und den Bergregionen des Irak. «Im Gegensatz zu geknüpften Teppichen wurden Kelims trotz ihrer Schönheit in Europa lange als minderwertige Ware angesehen», sagte Museumsdirektorin Eva Maria Hoyer am Dienstag. «Die orientalischen Teppichhändler verwendeten sie lange als Transportverpackung für die als sehr viel kostbarer betrachteten Knüpfteppiche.»
Museen und Privatsammlungen seien erst Mitte des 20. Jahrhunderts auf die gewebten Exemplare aufmerksam geworden. Zwei deutsche Sammlerehepaare haben dem Museum 2009 ihre Kelim-Sammlungen geschenkt. Für Hoyer strahlen die Teppiche einen «unglaublichen Zauber an Farben und Formen» aus. Der Titel «Gewebte Gärten» beruht auf der Tatsache, dass für Nomaden die gewebte Farbenvielfalt auch eine Kompensation für die karge Landschaft darstellt, in der sie leben.
Für die Produktion nutzen die wandernden Vieh-Hirten die Haare ihrer Herdentiere - Schafe oder Ziegen. Da sie nur kleine, leicht zu transportierende Webstühle besitzen, entstehen die Kelims als etwa 60 Zentimeter schmale Bahnen. Für große Teppiche müssen mehrere Exemplare zusammengenäht werden. Den Nomaden dienen die Kelims nicht nur als Teppiche für den Boden ihrer Zelte, sondern auch als Wandbehang, Bettdecke oder Türvorhang.
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