| Ausstellung zu Fritz Reuters produktivster Zeit |
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| Mittwoch, 07. Juli 2010 um 06:58 Uhr | ||
Neubrandenburg (dpa/mv) - Einen Blick in die Werkstatt des niederdeutschen Dichters Fritz Reuter (1810-1874) gewährt eine Ausstellung, die am Dienstag im Neubrandenburger Schauspielhaus eröffnet worden ist. Sie beleuchtet Reuters Neubrandenburger Zeit, die als seine produktivste gilt. Der Dichter war 1856 in die Stadt gezogen und lebte dort bis 1863. Danach zog er mit seiner Frau nach Eisenach, wo er 1874 starb.
Zu sehen sind vor allem Erstdrucke der Schriften Reuters, Werkillustrationen, Handschriftenfaksimiles, Briefautographen, zeitgenössische Bilder und Porträtfotos sowie Dokumente zu Reuters Leben, wie die Fritz-Reuter-Gesellschaft mitteilte. Dabei handele es sich überwiegend um Leihgaben aus Privatbesitz, ergänzt um Einzelstücke aus dem Fritz-Reuter-Literaturmuseum Stavenhagen und aus dem Regionalmuseum Neubrandenburg.
Fritz Reuter verfasste in seiner Neubrandenburger Zeit Hauptwerke wie «Kein Hüsung» (1857), «Ut de Franzosentid» (1859), «Ut mine Festungstid» (1862) und die Romantrilogie «Ut mine Stromtid» (1862- 1864). «Der Blick in Reuters Dichterwerkstatt zeigt, dass er in Neubrandenburg die meisten und bedeutendsten seiner Schriften verfasst hat», erklärte der Geschäftsführer der Fritz-Reuter- Gesellschaft, August Bath. «Selbst der Plan und die Materialsammlung zu dem erst 1866 erschienenen Roman «Dörchläuchting» fielen in die Neubrandenburger Zeit.»
In Mecklenburg-Vorpommern wird in diesem Jahr unter dem Motto «Reuter 200!» mit zahlreichen Veranstaltungen der 200. Geburtstag des niederdeutschen «Nationaldichters» begangen. Das Interesse ist groß: Das Fritz-Reuter-Literaturmuseum in des Dichters Geburtsstadt Stavenhagen hat 2010 bisher viermal so viele Besucher wie in anderen Jahren, wie Direktorin Cornelia Nenz mitteilte.
Besonders erfreulich sei, dass stille und nachdenkliche Veranstaltungen sehr gut angenommen werden, wie die immer mittwochs, 15.00 Uhr, stattfindende Lesung aus «Ut mine Stromtid». Nach einer Sommerpause bis zum 18. August sollen die Lesungen bis zum 3. November fortgesetzt werden. Am 12. Juli ist in dem Museum die Premiere einer szenischen Museumsführung angekündigt. Unter dem Titel «Da bin ich die Nächste» kommentiert Reuters Frau Luise die gemeinsamen Lebensstationen.
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