| «Der Westen Leuchtet» - Kunst aus NRW in 33 Räumen Von Günter Wächter, dpa |
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| Donnerstag, 08. Juli 2010 um 07:30 Uhr | ||
Es ist das größte Ausstellungsprojekt, das das Kunstmuseum Bonn in seiner jüngeren Geschichte bewältigt hat. 33 Künstler aus zwei Generationen sind mit ihren Arbeiten auf 3500 Quadratmeter Fläche versammelt zur Standortbestimmung der Kunstlandschaft des Rheinlandes und Nordrhein-Westfalens.
Bonn (dpa/lnw) - Die mehr als 400 Katalogseiten lassen ahnen, was auf den Besucher zukommt: Ganz viel Kunst. Werke von Joseph Beuys, Imi Knoebel, Blinky Palermo, Sigmar Polke und Gerhard Richter stehen am Anfang der Ausstellung «Der Westen leuchtet», die das Bonner Kunstmuseum ab Freitag bis zum 24. Oktober zeigt. Sie bilden den historischen Kern. Dazu haben die Kuratoren des Hauses Künstler der älteren Generation wie Bernd und Hilla Becker, Tony Cragg, Jürgen Klauke und Rosemarie Trockel eingeladen, sich an der Schau zu beteiligen. Sie wiederum schlugen junge Nachwuchskünstler vor, und das alles wurde zu einer Gesamtschau von 33 Teilnehmern verknüpft.
Eine erschöpfende Übersicht wurde dabei nach Angaben des Museums bewusst nicht angestrebt. Es ging den Ausstellungsmachern um eine pointierte Auswahl, um so das Profil der Ausstellung wie auch der Region zu schärfen.
Museumsintendant Stephan Berg hat die Ausstellung bewusst in dieses Jahr gelegt. Es sollte ein Zusammenklang mit den großen Jahresfestivals Kulturhauptstadt Europa Ruhr 2010 und der Quadriennale 2010 in Düsseldorf gebildet werden, bei dem die Schau in Bonn eine südliche Ergänzung einer Tour durch die rheinische Kunst- und Kulturszene in NRW bildet.
Auf dem Weg durch die Räume im ersten Stock des Museumsbaus begegnet dem Besucher Harmonisches und Widersprüchliches, Humorvolles und Philosophisches. Skulpturen und Objekte überwiegen. Viele der beteiligten Künstler haben neue Werke extra für die Bonner Schau geschaffen. Bei Georg Herold etwa, der seit über 30 Jahren mit Ziegelsteinen, Dachlatten, Strumpf- und Unterhosen, Bindfäden, Knöpfen und Handtaschen arbeitet, lehnt eine Übergroße Männerfigur aus ebendiesen Materialien lässig an der Wand. «Wie er selbst so dastehen könnte», sagt Berg bei einem Rundgang.
Völlig anders die Arbeit von Katharina Sieverding. «Die Sonne um Mitternacht schauen» ist der Titel ihres Beitrags. In einem abgedunkelten Raum läuft auf einer Wand eine drei Minuten währende Filmschleife ab mit mehr als 1000 Einzelaufnahmen, die die NASA von der Sonne gemacht hat. Die Sonne als Symbol für Leben und Tod - eine Grenzerfahrung.
Auf Fotos basiert letztendlich auch die neue Arbeit von Andreas Gursky. Seine «Oceans»-Bilder zeigen sämtliche Ozeane der Erde sowie am Rand die sie begrenzenden Kontinente. Auf Satellitenbilder greift Gursky dabei aber nur beim dargestellten Festland zurück. Im Zentrum der Arbeiten sind die Ozeane und die hat er am Computer malerisch erstellt.
Die Ausstellung wird begleitet von einem umfangreichen Rahmenprogramm, das Kuratorenführungen, Künstlergespräche und Workshops anbietet.
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