| Schenkungen und Ankäufe für neues Bauhaus-Museum Von Antje Lauschner, dpa |
|
|
|
| Freitag, 09. Juli 2010 um 07:07 Uhr | ||
Das in Weimar gegründete Staatliche Bauhaus ist die einflussreichste Architektur- und Designschule im 20. Jahrhundert. In einer Sonderschau zeigt die Klassik Stiftung Neuerwerbungen, Schenkungen und Dauerleihgaben aus der «Sturm- und Drang-Zeit» des Bauhauses.
Weimar (dpa/th) - Ein bunter Kinderspielschrank der Studentin Alma Siedhoff-Buscher ist eines von 220 Werken, die in den vergangenen Monaten für das neue Bauhaus-Museum in Weimar erworben wurden. Erstmals sind sie vom Freitag an bis zum 8. August im Neuen Museum zu sehen. Die Objekte, darunter ein siebenarmiger Kerzenleuchter von Gyula Pap sowie Bauhaus-Fotografien von Erich Consemüller, bereicherten und ergänzten die bisherigen Sammlungen, sagte Museumsdirektorin Ulrike Bestgen am Donnerstag.
Viele der einzigartigen Objekte aus der «Sturm- und Drang-Zeit» der Designschule können nur unter beengten Bedingungen in einem ehemaligen Theater-Kulissenhaus präsentiert werden. Ein Museumsneubau soll bis 2019 fertiggestellt sein und bis zu 23 Millionen Euro kosten. Das Geld kommt vor allem vom Bund und Thüringen.
Nach der vielbesuchten Jubiläumsschau «Das Bauhaus kommt aus Weimar» 2009 füllten sich die Depots mit neuen Arbeiten. Der 1923 für das Experimentalhaus «Haus am Horn» entworfene Kinderspielschrank wurde mit Sponsorengeld auf einer Auktion erworben. In den frühen 1920er Jahren war die Gestaltung eines Kinderzimmers Neuland. «Als Herzstück des Kinderzimmers ist es äußerst wichtig für uns: Es ist nicht bekannt, dass solch ein Schrank noch irgendwo existiert», sagte Bestgen. Im «Haus am Horn», in dem die Bauhäusler ihre Ideen von Architektur und Design erstmals als Einheit vorstellten, stehen seit Ende der 1990er Jahre Kopien.
Pap entwarf den Leuchter ebenfalls 1923 für die Bauhaus- Ausstellung. Er wurde später in kleiner Serie in der Metallwerkstatt hergestellt. Weltweit existierten noch drei Stücke in Museen in Hamburg, Berlin und New York. Als Schenkung aus Köln kam die Figur der «Selene» von Gerhard Marcks nach Weimar. In ihr verarbeitete er 1935 seine Erfahrungen von Krieg und Trauer. «Wir sind sehr froh, diese wichtige Arbeit von Marcks in unserer Sammlung zu haben», sagte Bestgen. Die NS-Aktion «Entartete Kunst» 1937 habe die Skulpturen- Sammlung des Bauhauses arg dezimiert.
|
























































