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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Mühsame Restaurierung kostbarer Wandmalereien Von Isabell Scheuplein, dpa PDF Drucken E-Mail
Samstag, 10. Juli 2010 um 07:16 Uhr

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Die 450 Jahre alten Bilder auf Wänden und Decken im Rüdesheimer Brömserhof gehören nach Einschätzung von Experten zu den bedeutendsten Zeugen der Renaissance in Deutschland. In Nachtarbeit versuchen Restauratoren, das Meisterwerk zu erhalten.

 

Rüdesheim (dpa/lhe) - Die Restaurierung ist aufwendiger als gedacht. Bereits seit drei Jahren werden Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert in einem Rüdesheimer Adelshof überarbeitet, voraussichtlich sechs weitere Jahre sind nun angesetzt. Glaubt man den Experten, lohnt sich das Warten: Die Kunstwerke gelten als Rarität. Sie zeigen unter anderem die älteste bekannte Stadtansicht von Mainz.

 

Geschaffen hat die Bilder im Ahnensaal und in der Hauskapelle des Brömserhofs im Jahr 1559 vermutlich Hans Döring, ein Schüler von Lucas Cranach dem Älteren und damit einer der bedeutendsten deutschen Renaissance-Maler. Es entstand ein Kunstwerk, das das Landesamt für Denkmalpflege Hessen zu den bedeutendsten und qualitativ hochwertigsten Zeugnissen der Renaissance in ganz Deutschland zählt.

 

Doch trotz einer Signatur ist die Urheberschaft nicht einwandfrei geklärt, wie die Hildesheimer Professorin für Wandmalerei, Nicole Riedl, am Freitag in Rüdesheim berichtete. Weitere Forschungen müssten folgen, bevor feststehe, wer die bunten biblischen Motive und Wappen so meisterlich an die Wände und Decken der beiden Räume malte.

 

Abgebildet ist unter anderem die Erzählung über den Propheten Jona, der von einem Walfisch zunächst verschluckt und später wieder ausgespuckt wurde ­ auf den Rüdesheimer Bildern spielt die Geschichte im Rhein, im Hintergrund ist Mainz zu sehen. Die Szene ist bereits restauriert, so dass der Himmel über der prächtigen Kulisse wieder in hellem Blau erstrahlt.

 

Schon im vergangenen Jahrhundert versuchten sich Restauratoren an den Malereien, doch sie richteten auch Schaden an. So wurde unter anderem eine Schutzschicht aufgetragen, die nun mühsam entfernt werden muss. Nach zweijährigen Voruntersuchungen startete die neue Restaurierung 2007. Als Schlussjahr war eigentlich 2013 angepeilt, doch das wird nach Angaben der Denkmalpfleger wohl nicht einzuhalten sein. Erst etwa ein Drittel der Arbeit sei geschafft. 600 000 Euro soll das Projekt insgesamt kosten.

 

Die Umstände erschweren den Restauratoren ihre ohnehin mühsame Arbeit: Sie können nur zwischen 01.00 Uhr nachts und 10.00 Uhr morgens arbeiten, denn der nahe der bekannten Drosselgasse gelegene Adelshof beherbergt ein Museum für Musikinstrumente, und der Strom der jährlich rund 100 000 Besucher aus aller Welt darf nicht gestört werden.

 

Da es in dem alten Gemäuer keine Heizung gibt, fällt auch der Winter als Arbeitszeit aus. So bleiben zusammengefasst nur wenige Monate pro Jahr, in denen die fünf Restauratoren an den Malereien arbeiten können, wie Riedl berichtete. Die Professorin legt auch selbst mit Hand an. Mithilfe spezieller Lupen bringen die Experten Punkt für Punkt Farbe auf den vorher behandelten Wänden und Decken auf.

 

Studenten mehrerer Universitäten helfen mit - und lassen sich von dem jahrhundertealten Kunstwerk bisweilen inspirieren: Die Kölner Diplomandin Michaela Janke präsentierte am Freitag eine neuartige Lichtprojektion, mit der sich eine Lücke in den Malereien im Ahnensaal zumindest optisch schließen lässt. Ein Wassereinbruch zur Zeit des Zweiten Weltkriegs zerstörte ausgerechnet den Teil der Decke, der die Wappen der beiden adeligen Auftraggeber zeigte, Heinrich Brömser und seiner Frau Walburga.

 

Die Vorlage für die Projektion fand die Studentin im Rüdesheimer Stadtarchiv: Dort werden Kopien aufbewahrt, die ein Frankfurter Künstler um das Jahr 1900 herum von den Bildern an den Wänden und Decken des Brömserhofs anfertigte. Nun wirft ein Projektor die mehr als 100 Jahre alten Aquarelle passgenau und grünlich schimmernd in das etwa 1,0 mal 1,5 Meter große, bislang weiß verputzte Feld und macht die Herrschaftszeichen wieder sichtbar.

 

 

http://www.denkmalpflege- hessen.de/

 



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