| Moskauer Gericht verurteilt Kunstexperten zu Geldstrafe |
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| Dienstag, 13. Juli 2010 um 06:39 Uhr | ||
Moskau (dpa) - In einem umstrittenen Prozess um die Freiheit der Kunst hat ein Moskauer Gericht den international renommierten Experten Andrej Jerofejew zu einer Geldstrafe verurteilt. Mit der Ausstellung «Verbotene Kunst» hätten Jerofejew und der Mitangeklagte Juri Samodurow 2007 zu «religiösem Hass aufgewiegelt», urteilte das Gericht am Montag nach Angaben der Agentur Interfax mit. Jerofejew hatte in der Schau religiöse und politische Tabus in der russischen Kunstwelt zum Thema gemacht.
Das Gericht blieb mit dem Strafmaß deutlich hinter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der 54 Jahre alte Jerofejew muss demnach eine Geldstrafe von 150 000 Rubel (3800 Euro) zahlen, der 58-jährige Samodurow 200 000 Rubel. Die Staatsanwaltschaft hatte jeweils drei Jahre Straflager beantragt. Das Urteil erging auch wegen «Erniedrigung der Menschenwürde».
Menschenrechtler, Künstler und Museumschefs kritisierten das Urteil als unzulässige Einmischung des Staates in die Kunstfreiheit. Die Künstlergruppe «Wojna» («Krieg») setzte als Zeichen des Protests 3500 Kakerlaken im Gericht aus. Die Polizei nahm die Aktivisten fest.
Insgesamt begutachtete das Gericht neun Bilder, darunter eine Kaviar-Ikone, ein Jesus-Bild auf der Werbung einer Fast-Food-Kette sowie eine Micky-Maus-Figur auf Heiligenbildern. Laut Urteil verletzten die Werke die Gefühle russisch-orthodoxer Christen in gröbster Weise. Die Künstler selbst waren nicht angeklagt.
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