| Musik und Bilder aus dem Warschauer Ghetto |
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| Donnerstag, 15. Juli 2010 um 07:05 Uhr | ||
Hamburg (dpa/lno) Historische Musik aus dem von den Nazis im Zweiten Weltkrieg besetzten Polen hat das Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) am Dienstag auf Kampnagel in Hamburg aufgeführt. Im Foyer erwartete die Besucher eine Ausstellung zum gleichen Thema. Foto- und Tondokumente, Filmaufnahmen und Texte erinnerten daran, dass öffentliche Konzerte ab 1939 in Polen verboten waren. Das Land sollte zur kulturellen Wüste werden, sagte Ausstellungskurator Frank Harders-Wuthenow.
Einige der Komponisten seien während der Besatzungszeit zwischen 1939 und 1945 ums Leben gekommen, andere hätten gerade durch die Musik überlebt, erläuterte Harders-Wuthenow. Zu den Überlebenden zählte Szymon Laks (1901-1983), der in Auschwitz-Birkenau die Lagerkapelle leitete. Von ihm wurden ein Liederzyklus und Kammermusik aufgeführt. Das Aperto Piano Quartett war um Holzbläser und eine Sängerin verstärkt worden. Das abwechslungsreiche Programm reichte von der Sonate für Violine solo bis zur Kantate.
Beeindruckend war nach übereinstimmender Meinung der Zuhörer die Leistung der Sopranistin Eleonore Marguerre sowohl bei jiddischen Liedern von Szymon Laks als auch in der Kantate «Die Liebe» von Jozef Koffler (1896-1943). Weitere Komponisten waren Roman Padlewski und Constantin Regamey. Das Publikum war sich einig: Hätten die Komponisten dieser polnischen Generation unter normalen Bedingungen arbeiten können, wäre Europas Musikgeschichte um einige Namen reicher. Die Ausstellung «Musik im okkupierten Polen» ist ab Sonnabend im Kieler Schloss zu sehen, wo der Polen-Schwerpunkt des SHMF offiziell eröffnet wird.
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