| Museum deckt Irrtum auf: Gemälde war breiter |
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| Donnerstag, 15. Juli 2010 um 07:05 Uhr | ||
Schwerin (dpa/mv) - Das Staatliche Museum Schwerin hat eine spektakuläre Entdeckung im eigenen Haus gemacht. An dem Gemälde «Vor dem Wirtshaus» (1650) des Holländers Paulus Potter wurde ein bislang im Rahmen verborgener, zum Bild gehörender Streifen gefunden. Damit stellten Kunstwissenschaftler einen jahrhundertealten Irrtum ihrer Vorfahren richtig, wie das Museum am Mittwoch mitteilte. Bisher sei man irrtümlich davon ausgegangen, dass an das Gemälde nachträglich Seiten hinzugefügt worden waren. Daher wurde im 18. Jahrhundert der rechte Streifen abgesägt, Mitte des 20. Jahrhunderts auch der linke. Das Gemälde zähle zu den Schätzen des Museums.
Potter habe sein Sujet aber auf eine spezielle Holztafel gemalt. In der Mitte des Gemäldes konzentrierten sich die Hauptfiguren, während auf den beiden seitlichen, etwa acht Zentimeter breiten Streifen nur Randbereiche der Komposition zu sehen waren. Erst jetzt, bei den Vorbereitungen zu einer Ausstellung holländischer Genremalerei, sei entdeckt worden, dass das heutige Hochformat ursprünglich ein Querformat war. Die Malweise auf dem bisher verschollenen Teil des Gemäldes zeige alle Eigenschaften des Stils von Paulus Potter, teilte das Museum mit.
Potter war einer der wichtigsten holländischen Tier- und Genremaler des 17. Jahrhunderts. Das Gemälde gehöre zu der Spitzenkollektion holländischer Malerei im Museum. Die Sammlung, die im 18. Jahrhundert von den Mecklenburgischen Herzögen begründet wurde, ist nach Museumsangaben eine der umfangreichsten in Deutschland. Vom 23. Juli an soll die Ausstellung «Scheinbar vertraut» erstmals einen Überblick über den mehr als 100 Stücke umfassenden Bestand holländischer Genremalerei in Schwerin geben. Sie ist bis zum 14. November zu sehen.
Zu den schönsten Werken gehören Gemälde von Carel Fabritius, Frans Hals, Frans van Mieris, Gerard Dou und Gerard van Honthorst. Viele der in der Ausstellung präsentierten Werke seien zuvor weder ausgestellt noch publiziert worden, hieß es. Die Ausstellung zeigt zudem anhand originalgroßer Reproduktionen eine Übersicht über die im Zweiten Weltkrieg verlorenen gegangenen Genrebilder und gibt damit einen Einblick in die Geschichte der Sammlung.
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