| Ein Schatz: Sammlung Max von Oppenheims restauriert |
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| Freitag, 16. Juli 2010 um 07:10 Uhr | ||
Früher wurde sie in einem Atemzug mit Troja genannt. Doch die Sammlung des deutschen Forschers Max von Oppenheim galt als unwiederbringlich zerstört. Nun haben Restauratoren das Puzzle wieder zusammengesetzt.
Berlin (dpa) - Es war ein Puzzle aus 27 000 Teilen. Neun Jahre lang haben Restauratoren in Berlin die Trümmer der im Krieg zerstörten Sammlung Max von Oppenheims wieder zusammengesetzt. 30 Skulpturen und Reliefplatten, die der deutsche Forscher ab 1899 auf dem Hügel Tell Halaf im heutigen Syrien fand, strahlen wieder im neuen Glanz. Ab Januar 2011 wird die Sammlung auf der Museumsinsel wieder öffentlich zu sehen sein - erstmals nach fast 70 Jahren.
Es war eines der größten internationalen Restaurierungsprojekte der vergangenen Jahrzehnte, wie Kurator Lutz Martin im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa erläuterte. Das Besondere: Die Figuren aus Basalt, darunter Löwen, Greife und Götterfiguren, wurden in Handarbeit rekonstruiert, nicht mit Computerprogrammen.
«Troja und Schliemann kennt jeder, aber Tell Halaf ist nicht so bekannt», sagt Martin. Das soll sich mit der Ausstellung ändern, die einen Einblick in die Kultur des alten Mesopotamien gibt. Außerdem werden die Denkmäler aus dem aramäischen Fürstenpalast einmal den neuen Eingang des Vorderasiatischen Museums bilden - so wie es die Pläne des Architekten O.M. Ungers vorgesehen haben.
Vorgestellt wurde die restaurierte Sammlung anlässlich des 150. Geburtstags Max von Oppenheims (1860-1946). Der Bankierssohn aus Köln war leidenschaftlicher Orientalist, die Facharbeit überließ er aber Experten. «Er hat sich Personal geholt», erklärt Kurator Martin.
Ein Teil des Fundes wurde ab 1930 im Tell-Halaf-Museum in Berlin- Charlottenburg ausgestellt. Tell Halaf wurde in einem Atemzug mit den deutschen Grabungen in Babylon und Troja genannt, zu den Besuchern zählten Größen wie Samuel Beckett und Agatha Christie. 1943 wurde das Haus durch eine Bombe zerstört.
Die Trümmersammlung geriet fast 50 Jahre lang in Vergessenheit, wie die Staatlichen Museen zu Berlin betonen. Erst nach dem Mauerfall konnte die Max Freiherr von Oppenheim-Stiftung die Funde sichten. In Tell Halaf begannen 2006 wieder Grabungsarbeiten, an denen deutsche und syrische Forscher beteiligt sind.
http://www.tell-halaf-projekt.de
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