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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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90 Jahre Salzburger Festspiele: Welttheater und kopulierende Paare Von Matthias Petry, dpa PDF Drucken E-Mail
Samstag, 17. Juli 2010 um 08:25 Uhr

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Die Salzburger Festspiele feiern in diesem Jahr ihr 90-jähriges Bestehen. Eine Ausstellung widmet sich der wechselvollen Geschichte. Die Bandbreite des Gezeigten reicht von der ersten «Jedermann»- Eintrittskarte bis hin zu modernen Aufreger-Aufführungen.

 

Salzburg (dpa) - Die Skandale lauern hinter einem roten Samtvorhang. «Ich sehe kopulierende Paare», sagt Helga Rabl-Stadler. Die Präsidentin der Salzburger Festspiele lacht, nachdem sie bei der Präsentation der Ausstellung «Großes Welttheater. 90 Jahre Salzburger Festspiele» einen Blick hinter die schweren Stoffbahnen geworfen hat. Bis Ende Oktober widmet sich die an diesem Samstag beginnende Schau der Geschichte des Traditionsfestivals. Dabei sparen die Organisatoren auch Aufreger auf der Bühne nicht aus - denn Skandale gehören zu den Festspielen wie Mozart zur Barockstadt an der Salzach.

 

Gemäß dem ursprünglichen Festspielgedanken «Die ganze Stadt ist Bühne» ist die Schau neben dem Schwerpunkt im Salzburg Museum auf die ganze Stadt verteilt. Das Dommuseum nimmt beispielsweise die Geschichte des «Jedermann» in den Fokus und reiht in der Langen Galerie der Erzabtei St. Peter auf 45 Metern sämtliche Tischgesellschaften und «Jedermänner» der vergangenen 90 Jahre aneinander. Mozarts Geburtshaus widmet sich den Musikfesten die zwischen 1842 und 1910 zu Ehren des Genies veranstaltet wurden und als Vorläufer der heutigen Festspiele gelten.

 

Hinter dem roten Samtvorhang verstecken sich diskret eine Videoinstallation über skandalträchtige Aufführungen, darunter auch die Tabori-Inszenierung «Das Buch mit sieben Siegeln» von 1987. Anders als Rabl-Stadler heute war den Verantwortlichen damals nicht zum Lachen zumute: Das Stück wurde wegen angeblich obszöner Szenen wieder abgesetzt. Abseits der Aufreger dokumentieren zahllose Originalfotos, -kostüme und -requisiten sowie Video- und Audioinstallationen lebhaft die Geschichte des Festivals.

 

Im Fokus stehen zahlreiche das Kulturspektakel prägende Künstler und Intendanten - von «Jedermann»-Schöpfer Hugo von Hofmannsthal über Herbert von Karajan bis zum «Reformer» Gerard Mortier. Die kritische Kollage «Being Herbert von Karajan» zeigt den Maestro in allen möglichen Rollen auf und abseits der Bühne.

 

«Anhand einer chronologischen Ebene an der Außenseite kann man die Festspielgeschichte durch die Zeit erwandern», erklärt die wissenschaftliche Leiterin der Ausstellung, Margarethe Lasinger. Eine Enzyklopädie widmet sich zusätzlich - von A wie Architektur bis Z wie Zukunft - Themen der wechselvollen Geschichte. Den Abschluss der Chronologie und Brückenschlag zu den diesjährigen Festspielen bilden original Manuskriptseiten von Wolfgang Rihms Oper «Dionysos». «Das ist wohl das erste Mal, dass eine Oper bereits vor ihrer Uraufführung im Museum ausgestellt wird», sagt Lasinger lachend.

 

Auch die Zeit des Nationalsozialismus wird nicht ausgespart. In einer komplett in Schwarz gehaltenen Ecke wird auf Schautafeln und Fotos die Entwicklung der Festspiele unter den Nazis beschrieben: Jüdische Künstler hatten Auftrittsverbot, der «Jedermann» wurde gestrichen, und das Festival wurde Teil der NS-Propaganda.

 

«Es war eine endlose Arbeit, das kann ich Ihnen sagen», sagt Museumsdirektor Erich Marx, während er stolz vor allem die älteren Ausstellungsstücke präsentiert: Eintrittskarten zur ersten «Jedermann»-Aufführung am 22. August 1920, Max Reinhardts original Regiebuch oder das ursprüngliche Festspielplakat von 1928, das in nur wenig veränderter Form noch heute das Logo der Festspiele bildet.

 

 

http://www.salzburgmuseum.at

http://90jahre.salzburgerfestspiele.at

http://www.salzburgerfestspiele.at


 



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