| In 500 Tagen öffnet neues Dix-Museum in Gera Von Andreas Hummel, dpa |
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| Dienstag, 20. Juli 2010 um 07:32 Uhr | ||
Der Countdown für das neue Geraer Kunsthaus läuft: In 500 Tagen soll es zum 120. Geburtstag des Malers Otto Dix die Türen öffnen. Dazu ist eine große Dix-Retrospektive geplant.
Gera (dpa/th) - Noch liegt das von David Chipperfield entworfene einstige Geraer Bundesbankgebäude in einem tiefen Dornröschenschlaf. Doch spätestens im März kommenden Jahres sollen Bauarbeiter anrücken und das Gebäude in ein neues Kunstmuseum verwandeln. Die Zeit drängt, soll es doch am 2. Dezember 2011 - dem 120. Geburtstag des in Gera geborenen Malers Otto Dix - mit einer Retrospektive eröffnet werden. «Die Zeit ist knapp, aber sie ist ausreichend», sagte am Montag der Gründungsbeauftragte des Kunsthauses, Frank Siegmund, in Gera. Auch Oberbürgermeister Norbert Vornehm (SPD) gibt sich mit Blick auf nur acht Monate Umbauzeit zuversichtlich: «Das reicht aus.»
Inzwischen sei der Planungsauftrag vergeben, erklärte Vornehm. Der Umbau soll etwa 8,4 Millionen Euro kosten. Der Großteil - rund 6 Millionen Euro - werde aus Fördermitteln bestritten, 900 000 Euro kommen aus dem Stadtsäckel und 1,5 Millionen Euro sollen Sponsoren beisteuern. Erste Gespräche mit möglichen Förderern seien vielversprechend, sagte der Stadtchef. «Ich denke, dass wir das auf jeden Fall hinkriegen werden.»
Das Haus mit einer Ausstellungsfläche von rund 1400 Quadratmetern soll künftig die mehr als 400 Werke umfassende Geraer Dix-Sammlung sowie Leihgaben etwa der Otto-Dix-Stiftung präsentieren. Geplant ist eine Dauerausstellung zu Otto Dix, der vor allem als Vertreter der Neuen Sachlichkeit sowie des Expressionismus bekannt ist. Zudem sollen wechselnde Sonderausstellung das Werk von Dix in Beziehung zu anderen Künstlern setzen und zeitgenössischer Kunst Raum geben.
Anvisiert sind bereits eine Schau «Dix trifft Picasso» zum Spätwerk beider Künstler, eine Schau mit Zeichnungen von Joseph Beuys sowie eine Ausstellung zu figurativer Malerei in Deutschland, bei der etwa Arbeiten von Rainer Fetting und Helmut Middendorf gezeigt werden. Wer das Haus künftig künstlerisch leiten soll, steht derweil noch nicht fest. Das Programm für die kommenden Jahre sei vom Leiter der Geraer Kunstsammlung, Holger Saupe, zusammen mit externen Kunst- Experten zusammengestellt worden.
Neben den Vorbereitungen zum Bau läuft auch das Marketing für das neue Kunstmuseum an. Ende August soll ein eigenes Logo vorgestellt werden und auch der Internetauftritt stehen, sagte Siegmund. Ziel sei es, nicht nur Sponsoren für das Projekt zu gewinnen, sondern auch die Bevölkerung der Stadt. Dazu sollen Baustellenpartys und Tage der offenen Tür beitragen.
Auf dem neuen Museum ruhen große Erwartungen. Es soll zusammen mit dem nahe gelegenen Dix-Haus, dem Jugendstil-Theater und dem künftig in der Orangerie untergebrachten Museum für Angewandte Kunst verstärkt Kulturtouristen in die Ostthüringer Stadt locken. Dabei bauen die Verantwortlichen auch auf die Zusammenarbeit mit anderen Städten, wie etwa Chemnitz. Das dortige Museum Gunzenhauser verfügt ebenfalls über eine wichtige Sammlung von Dix-Werken. Für Besucher könnten künftig gemeinsam Kultur-Pakete geschnürt werden, sagte Vornehm.
Doch nicht nur die Kultur werde vom neuen Kunsthaus profitieren, ist sich der Oberbürgermeister sicher. «Es ist ein Katalysator für die Stadtentwicklung insgesamt.» Dabei zog er am Montag eine Parallele zur Bundesgartenschau 2007 in Gera und Ronneburg, die damals knapp 1,5 Millionen Besucher anlockte und einen wichtigen Schub für etliche städtische Projekte brachte.
http://www.kunstsammlung-gera.de
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