| Raubkunst-Debatte: Schiele-Bild «Wally» kehrt nach Wien zurück Von Miriam Bandar, dpa |
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| Donnerstag, 22. Juli 2010 um 06:58 Uhr | ||
«Wally» kommt zurück nach Österreich: Um das Bildnis einer Geliebten des Malers Egon Schiele hatte es einen langen Rechtsstreit gegeben. Nun soll es erst im Jüdischen Museum in New York ausgestellt werden und dann auf die Heimreise gehen.
Wien (dpa) - Es war Auslöser einer breiten NS-Raubkunst-Debatte in Österreich und kehrt nun nach Wien zurück: Egon Schieles «Bildnis Wally». Nach jahrelangem Streit hat sich die Stiftung Leopold mit den Erben der einst von den Nazis enteigneten Kunsthändlerin geeinigt, bestätigte das Museum am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.
Der erst vor kurzem gestorbene Sammler Rudolf Leopold hatte das Bild der Geliebten Schieles 1954 in einem Tauschgeschäft erworben und es als Teil seiner Schiele-Sammlung ausgestellt. Bei einer Schau in New York beschlagnahmten US-Behörden die «Wally» 1998 als Diebesgut. Bis zu seinem Tod stritt sich Leopold mit den Erben der ursprünglichen Besitzerin auch vor Gericht um die Rückgabe.
Nun zahlt die Stiftung Leopold rund 14,8 Millionen Euro an die Erben der Kunsthändlerin Lea Bondi-Jaray. Bevor «Wally» nach Österreich zurückkehrt, soll sie aber noch vom 20. Juni an drei Wochen im Jüdischen Museum in New York ausgestellt werden, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA. In Wien soll künftig auf Wunsch der Erben ein Begleittext den Besuchern die Geschichte des Werkes erläutern. Der Fall «Wally» war in Österreich Anstoß für eine breite Debatte über NS-Raubkunst, die zur Schaffung eines Restitutionsgesetzes und spektakulären Rückgaben aus öffentlichen Museen führte.
Das 1912 entstandene «Bildnis Wally» zeigt Egon Schieles Geliebte Valerie (Wally) Neuzil, die er für seine spätere Frau Edith verließ. 1920 kaufte es die Galeristin Bondi-Jaray. In der Nazi-Zeit gelangte es unter strittigen Umständen in den Besitz des Kunsthändlers Friedrich Welz und wurde nach dem Krieg versehentlich an falsche Besitzer restituiert. In New York beanspruchten 1998 die Erben Henry Bondi und Rita Reif das Bild. Ein langwieriges Gerichtsverfahren drehte sich vor allem um die Frage, was genau Rudolf Leopold über die Vorbesitzer und die Umstände der Besitzerwechsel gewusst hatte.
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