| Bildhauer Stötzer tot - In Ost und West gefragt Von Gudrun Janicke, dpa |
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| Sonntag, 25. Juli 2010 um 21:09 Uhr | ||
Der Brandenburger Bildhauer Werner Stötzer gehörte über Jahrzehnte zu den herausragenden Künstlern der Gegenwart. Seine Werke fanden in Ost und West ihren Platz. Er war glücklich über die deutsche Einheit. Freunde und Kollegen müssen nun um ihn trauern.
Born/Altlangsow (dpa) - Der Bildhauer Werner Stötzer ist am Donnerstag im Alter von 79 Jahren im brandenburgischen Altlangsow gestorben. Sein Galerist Matthias Fuhrmann aus Born auf dem Darß bestätigte am Freitag einen Bericht der «Märkischen Oderzeitung» (Samstag). Stötzer habe eine Generation von Künstlern geprägt, betonte die Akademie der Künste in Berlin in einer Mitteilung.
Stötzer wurde in Sonneberg in Thüringen geboren. Seine Arbeiten haben die Kunstlandschaft der DDR geprägt, aber auch nach der Wende waren sie in Museen, Ausstellungen und Privatsammlungen gefragt. Von Stötzer stammt unter anderem das aus fünf Marmorblöcken herausgehauene Relief am Marx-Engels-Forum in Berlin, der Lesende Arbeiter in der Berliner Staatsbibliothek oder Plastiken vom Domplatz in Würzburg. 2008 wurde Stötzer für sein Lebenswerk mit dem erstmals vergebenen Kunstpreis des Brandenburgischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet.
Die Wende habe ihn «in keiner Weise als eine Art Zäsur» getroffen, hatte Stötzer einmal gesagt. Kunstfremde Gespräche hätten ihn nie interessiert. «Mein Inhalt ist weder der Himmel noch die Hölle, es ist der Mensch», formulierte er seinen ideologiefreien Grundsatz. Dieses Gefühl war in seinen Arbeiten zu spüren. Er gehörte zu den wenigen zeitgenössischen Bildhauern, die die Form nur nach einer Ideenskizze aus dem Block schlagen konnten, äußerten sich anerkennend Kollegen und Kunstbegeisterte.
«Sein Werk war auf die menschliche Figur konzentriert», betonte der Präsident der Akademie der Künste, Klaus Staeck. «Hinzu kommen seine Texte, ohne die wir ihn als Bildhauer und Zeichner nur unzureichend verstehen würden.»
Derzeit läuft in der Galerie in Born eine gemeinsame Ausstellung mit Werken des Bildhauers und seiner Ehefrau Sylvia Hagen. «Wir haben viele Anfragen zu seinen Werken», berichtete Fuhrmann, der insbesondere die Toleranz und die menschliche Größe von Stötzer schätzte. «Arbeiten anderer ließ er für sich stehen und zeigte Achtung vor dem künstlerischem Schaffen. Auch wenn sie ihm gar nicht gefielen», berichtet der Galerist. In Born werden jüngste Zeichnungen und Plastiken ausgestellt. Seine schwere Krankheit habe er nicht thematisiert. Fuhrmann: «Die zählte er nicht zu seiner Kunst.»
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