| Wowereit lehnt Stiftungslösung für Tacheles ab Gespräch: Nada Weigelt, dpa |
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| Samstag, 31. Juli 2010 um 07:47 Uhr | ||
Das Kunsthaus Tacheles soll möglichst viel Geld bringen. Vor dem Verkauf sollen deshalb rund 30 Künstler die Kaufhausruine in der Oranienburger Straße räumen. Berlins «Regierender» will ihnen helfen - zumindest ein bisschen.
Berlin (dpa/bb) - Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Woworeit (SPD) will das von der Zwangsräumung bedrohte Kunsthaus Tacheles nicht durch eine Stiftungslösung retten. «Es macht keinen Unterschied, ob ein privater Verein oder eine öffentliche Stiftung einen Vertrag mit dem neuen Eigentümer schließt», sagte Wowereit in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. «Das Problem ist, dass wir die Interessen des möglichen neuen Grundstücksbesitzers ja gar nicht kennen.»
Dem Kunsthaus droht die Zwangsräumung, weil die HSH Nordbank als faktischer Besitzer das gesamte Areal von rund 23 000 Quadratmetern versteigern will. Der Trägerverein Tacheles e.V. fordert dagegen, die von den Künstlern genutzten rund 1200 Quadratmeter abzutrennen und per Erbpacht in eine öffentliche Stiftung zu überführen.
Wowereit betonte, er sei bereit, mit den potenziellen späteren Eigentümern zu verhandeln. Vorerst gehe es aber um eine Zwischenlösung. «Ich halte es für völlig daneben, hier eine Räumung zu betreiben, ohne dass das neue Projekt startet», sagte er. «Es kann doch nicht im Interesse des eventuellen neuen Investors liegen, wenn es über Monate, wenn nicht über Jahre einen Leerstand gibt, ohne dass irgendetwas passiert.»
Wowereit hat sich sowohl beim Zwangsverwalter der Bank wie auch bei seinem Hamburger Amtskollegen Ole von Beust (CDU) dafür eingesetzt, den Künstlern ein Bleiberecht einzuräumen. Beust, dessen Stadt Anteilseigner der HSH ist, habe «ziemlich formal» auf seine Nichtzuständigkeit verwiesen, sagte Wowereit. Auch das Gespräch mit der Bank sei nicht leicht, weil diese kein originäres Interesse an der Entwicklung der Immobilie habe.
Im Gespräch mit dem neuen Eigentümer müsse man sehen, ob das Tacheles im künftigen Nutzungskonzept einen Platz finde, sagte Wowereit. «Aber es muss auch klar sein: Wenn man sich mit dem neuen Investor nicht einig wird, dann muss selbstverständlich auch geräumt werden, und zwar freiwillig geräumt. Das sieht unsere Rechtsordnung so vor.»
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